Passagier 23 - Sebastian Fitzek
2018

Wir müssen reden! Passagier 23 – Der Film

Wir müssen reden.

Gestern Abend lief im bunten Deutschen Fernsehen der Film „Passagier 23 – Verschwunden auf hoher See“. Ein Film nach einem Thriller vom bekannten Deutschen Thrillerautor Sebastian Fitzek. 

Da Fitzek Verfilmungen dieses Jahr unglaublich in Mode sind und ich seine Bücher in der Regel inhaliere, habe ich dann auch gestern Abend mal wieder eingeschaltet. Im Gegensatz zu „Amokspiel“ vor ein paar Wochen und „Das Joshua Profil“ im Frühjahr fand ich die Verfilmung von Passagier 23 noch recht gelungen. 

Und nun das Aber 

So nun kommen wir zum „Aber“ das mir schon die ganze Zeit auf der Zunge liegt. Zugegeben es ist schon ein paar Tage (Wochen, Monate) her, dass ich dieses Buch gelesen haben, aber im großen und ganzen war mir der eigentlich Plot bekannt. War das Buch noch ein wenig krude aber irgendwie doch spannend, tuckerte die Verfilmung meiner Meinung nach irgendwie so dahin. Von Spannung keine Spur und irgendein Zusammenhang war auch sehr schwer zu finden. 

Richtig hundertprozentig Überzeugen konnte mich bisher keine der Fitzek Verfilmungen. Meiner Meinung nach liegt das daran, das die Filme-Macher es nicht schaffen, die sehr komplexe und manchmal auch abstruse Handlung glaubhaft rüber zu bringen. Wie soll das auch funktionieren in einem 20:15 Uhr Film der dann auch noch zig mal durch Werbung unterbrochen wird. Für komplexe Zusammenhänge, kleine Spielereien mit dem Zuschauer oder der große Knall am Ende ist einfach keine Zeit. 

Viele Nebenhandlungen sind meiner Meinung nach irgendwo auf Sand gelaufen und haben mich nicht überzeugt. Zum Beispiel wurde kaum auf die Motive des Täters oder der Täterin eingegangen. Natürlich fällt bei einem Film vieles dem Messer zum Opfer, aber ist das Warum nicht die grundliegende Frage die man sich bei einem solchen Film stellt? 

Hier fallen mir noch mehr Beispiele ein. Das Zusammenspiel zwischen Lisa, ihrer Mutter und dem Patenonkel, der auch gleich noch der Kapitän des Schiffes ist. Und was ist mit der alten Dombrowsky? Hätte man diese Figur gestrichen wäre es auf Film doch kaum aufgefallen. 

Eigentlich schade, aber ich fürchte ich bleibe auch in Zukunft lieber ausschließlich treuer Leser. 

Und jetzt ihr

Wie fandet ihr die Verfilmung von „Passagier 23“? Schaut ihr gerne rein oder steckt ihr eure Nasen in der Zeit lieber zwischen zwei Buchdeckel? 

4 Comments

  • Gabi

    Hallo Rena,

    ich kenne das Buch nicht und konnte deshalb keinen Vergleich zwischen Buch und Film anstellen, habe den Film ganz neutral auf mich wirken lassen – und komme zum gleichen Urteil wie Du. Er konnte mich die ganze Zeit nicht packen und hat sich nur an der Oberfläche bewegt.
    Leider komme ich bei sehr vielen Buchverfilmungen zu diesem Schluss, weil das Medium Buch so viel komplexer und tiefer sein kann. Die Ausnahme sind Buchautoren, die gleichzeitig Regisseure oder Drehbuchautoren sind (z. B. Andreas Pflüger, dessen Jenny Aaron Reihe ich mir klasse als Verfilmung vorstellen kann), weil die wohl auch immer die Filmversion im Hinterkopf haben, wenn sie ein Buch schreiben.
    Ansonsten bin ich auch zu dem Schluss gekommen, lieber bei der geschriebenen Version zu bleiben und das Kopfkino zu bemühen, da habe ich unterm Strich viel mehr davon.
    Liebe Grüße
    Gabi

  • Janna | KeJas-BlogBuch

    Noch recht gelungen? Holy! Dann will ich die anderen Verfilmungen gar nicht sehen! und Trend trifft es sehr gut, was ist denn da los? Gefühlt wird jedes Buch von ihm nun szenisch umgesetzt … Marke nicht Autor sage ich da nur. Und der Reiz ihn lesen zu wollen, sinkt immer mehr. Seine Änfänge waren mega, und irgendwie bleiben seine weiteren Bücher auf dem SuB – ich denke da wird das ein oder andere noch aussortiert und jenes gelesen. Nur die Kombi mit Tsokos reizt mich noch, aber da warte ich bis man den Kinofilm gemütlich zu Hause schauen kann …

    Passagier 23 habe ich geguckt und bin froh es nicht gelesen zu haben, das ende … too much!

    Liebst,
    Janna

  • Rena

    Hallo Janna,
    vielen Dank für deinen Kommentar. Du hast Recht, das Ende war wirklich einfach too much.
    Ich glaube den Gedanken, das Sebastian Fitzek mittlerweile nur noch als Marke gehandelt wird haste ich auch schon einmal.
    Neuerscheinungen lese ich zwar immer noch sofort und gerne, aber sie wecken in mir tatsächlich nicht mehr die gleiche Spannung.
    Es gibt ja auch kaum noch etwas, das es nicht schon irgendwo einmal gab.
    Ich persönlich kann auf fast alle szenischen Umsetzungen von Romanvorlagen verzichten.
    Viele unterhalten zwar, aber mit dem Buch Ansicht haben sie nicht mehr viel zu tun.
    Viele Grüße,
    Rena

  • Rena

    Hallo Gabi,
    vielen lieben Dank für deinen Kommentar.
    Ehrlich gesagt, habe ich noch keinen Unterschied feststellen können zwischen reinen Buchverfilmungen und Buchverfilmungen mit Autoren-Regisseuren. Ich finde das ist aber ein interessanter Gedanke, das schaue ich mir mal genauer an.
    Liebe Grüße,
    Rena

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