(Rezension) Das Geheimnis von Chaleran Castle – Elaine Winter

(Rezension) Das Geheimnis von Chaleran Castle – Elaine Winter

Inhalt:

Das Geheimnis von Chaleran Castle erzählt die Geschichte der Journalistin Felicia, sie wurde als Baby und recherchiert nun als Journalistin für ein Reisemagazin in Schottland. Sie fühlt sich Land und Leuten sehr verbunden und schließt schnell Freundschaften. Auf der Isle of Skye lernt sie Familie Chaleran kennen, ihre Familiengeschichte bringt eine dramatische Tragödie die Felicia gerne in ihren Artikel aufnehmen würde. Man gewährt ihr Zugang zu alten Familiendokumenten und damit am Ende sogar Zugang zu ihrer eigentlichen Familie.

Das Geheimnis von Chaleran Castle

Das Geheimnis von Chaleran Castle von Elaine Winter 

6,99 € / 978-3-7325-3149-3 / ebook / Verlag: be

 Meine Meinung: 

Ich bin verzaubert. Nach dem Prolog dachte ich noch, das ich mit diesem Buch vielleicht keine gute Wahl getroffen habe, es passte einfach nichts zum Klappentext und ich konnte den roten Faden nicht finden. Das Geheimnis von Chaleran Castle handelt davon, zu lernen mit seiner eigenen Vergangenheit umzugehen und zu lernen wann der richtige Zeitpunkt ist sein Leben in die eigene Hand zu nehmen.  

Die Geschichte wird aus der Sicht von Felicia, sowie in Briefen und Rückblenden von Sofia erzählt. Felicia liebt ihre Adoptivfamilie sehr, dennoch möchte sie insgeheim wissen woher sie kommt und wer ihre leiblichen Eltern waren. Sie wirkt auf mich sehr stark und eigenständig, wäre da nicht diese kleine Unsicherheit ihrer eigenen Herkunft. Sie hat sich zeitweise damit abgefunden, das ihre Adoptiveltern seinerzeit nichts über ihre leiblichen Eltern herausfinden konnten. Felicia fühlt sich sehr stark hingezogen zu einem Mann der sie zu Beginn sehr offensichtlich von sich weist. Er wird von Kapitel zu Kapitel mehr als echter Schotte beschrieben, das ganze gipfelt in einem Auftritt im Kilt während eines Festivals. 

Die Rückblenden in der Sofia erzählt wie sie das zukünftige Oberhaupt des schottischen Chaleran Clan kennen und lieben gelernt hat sind sehr geschickt in die aktuelle Handlung eingewoben. Man kann die Tragik dieser Geschichte förmlich spüren. Die junge Spanierin verliebt sich in einen schottischen Touristen und als dieser wieder in seiner schottischen Heimat ist, stellt sie fest, das sie bereits von ihm schwanger ist. Ihr Schicksal nimmt seinen lauf… Obwohl die Autorin Sofia als sehr liebe und gefühlvolle Person beschreibt, finde ich diese Figur trotzdem irgendwie etwas flach. Da es sich hier aber nur um Rückblenden und Briefe handelt finde ich das nicht weiter schlimm. 

Mir hat die Geschichte wirklich gefallen. Ja, sie war sehr seicht und oberflächlich, aber lädt zum Träumen und mitfiebern ein. Der Schreibstil ist sehr flüssig und bildhaft. Ein wenig Romantik und Beschreibungen wunderbarer Landschaften. Die Handlung wird manchmal sehr sprunghaft vorangetrieben und eines kommt zum anderen. Gerade im letzten drittel hat der Leser nicht viel Zeit sich in die Protagonisten hineinzuversetzen, weil die Handlung kaum still steht. Felicias Schicksal war es, das mich am meisten berührt hat. Obwohl sie von einer sehr liebevollen Familie adoptiert wurde, hat man sie doch immer noch ihrer leiblichen Familie vor Jahren entrissen. Kaum vorzustellen wie es sein muss auf einmal zwei Familien zu haben. 

 

Der Anfangs erwähnte Prolog machte für mich erst ganz zum Schluss des Buches Sinn. Plötzlich fiel mir wie Schuppen von den Augen, das die Autorin einem das ‘Geheimnis’ dieses Buches schon ganz zu Beginn erzählt hat. Es war bloß ganz geschickt getarnt und kaum zu verstehen. 

Von mir bekommt ‘Das Geheimnis von Chaleran Castle eine Leseempfehlung. Wunderbar traumhafte leichte Kost, einfach lesen und vom schottischen Charme verzaubern lassen. 

Klappentext: 

Eine Burg voller Geheimnisse. Ein schottischer Clan. Eine dramatische Familientragödie.
Ein spanischer Obsthof um 1900: Als ein äußerst attraktiver und zuvorkommender Schotte Zitronenbäume kaufen will, verliebt sich Sofia, die Tochter des Obstbauern, mit Haut und Haaren in ihn. Sie muss jedoch gegen ihre Gefühle kämpfen, denn ein Zusammensein ist ausgeschlossenen. Logan ist bereits verlobt und wird nach seiner Rückkehr in die Heimat heiraten. Doch dann sorgt eine Mondscheinnacht für weitreichende Konsequenzen …
Schottland, 2016: Reisejournalistin Felicia ist begeistert, als sie für ein Magazin einen Bericht über Schottland schreiben soll. Sie liebt die raue Natur dort und zur Isle of Skye spürt sie sofort eine tiefe Verbundenheit. Doch als Amelia Chaleran, die Besitzerin ihrer Unterkunft, ihr für die Recherche eine Holzschatulle mit Briefen und Tagebuchaufzeichnungen ihrer Vorfahren anvertraut, stößt Felicia auf eine schmerzliche Familientragödie, die sie zutiefst schockiert.  (Quelle: be)
(Rezension) The Couple next door – Shari Lapena

(Rezension) The Couple next door – Shari Lapena

Inhalt:

The couple next door erzählt die Geschichte einer jungen Familie. Anne und Marco sind bei den Nachbarn eingeladen und lassen ihr Baby alleine zuhause nachdem der Babysitter abgesagt hat. Sie haben das Babyphone dabei und schauen immer wieder ins Kinderzimmer um sicher zu gehen, das alles in Ordnung ist. Der Abend verläuft angespannt und als die beiden heimkehren, müssen sie feststellen das nicht nur die Vordertür aufsteht, auch ihr Baby die kleine Cora ist verschwunden. Die Polizei wird eingeschaltet und die Suche nach dem Mädchen läuft auf Hochtouren. – Mehr darf ich hier leider nicht verraten, den dann würde ich all die wunderbaren Wendungen und Kniffe verraten die Shari Lapena sich hier ausgedacht hat. 

The Couple next door

 

The Couple next door von Shari Lapena 

15,00 € / 350 Seiten / Paperback  

ISBN: 978-3-7857-2585-6 / Bastei Lübbe Verlag

 Meine Meinung: 

Dieser Thriller hat mir gut gefallen, die Thematik an sich ist natürlich nicht ganz ohne und die Geschichte weist so einige Wendungen und Tücken auf, die ich mir vorher kaum vorstellen konnte. 

Die Geschichte wird aus der Erzählperspektive erzählt, als distanzierter Beobachter sozusagen. Der Schreibstil ist sehr gradlinig und der Text enthält trotz seiner Wendungen nur das wesentliche. Ab einem bestimmten Punkt wirkte die Geschichte auf mich leider sehr konstruiert. Die Spannung ist sehr subtil und fesselt an vielen Stellen. Am Ende überschlagen sich die Ereignisse und eines kommt zum anderen. Die Sprache ist sehr klar und einfach. 

Die Charaktere besonders die junge Mutter Anne sind sehr realistisch und durchdacht. Sie ist nach oder Geburt ihres kleinen Mädchens an einer Postnatalen Depression erkrankt und hatte es auch schon vorher nicht ganz einfach. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen und fand auch die Anschuldigungen an ihren Mann sehr nachvollziehbar. (Ihr Mann hat sie letztendlich nach der Absage des Babysitters überredet das Baby alleine zu lassen. Es würde schon nichts passieren.) Sie ist sich sicher, hätte sie auf ihr Bauchgefühl gehört, wäre ich kleines Mädchen noch bei Ihnen. 

Das Ende, oder sagen wir besser, die letzten zwei Seiten bekommen von mi einen Minuspunkt. Bis dahin passte für mich alles wirklich toll zusammen, sämtliche Stränge wurden zu einem guten Ende verpflichten. Und dann kamen die letzten beiden Seiten. Die waren für mich einfach zu viel und vollkommen fehl am Platz. Vielleicht sehen andere Leser das anders und empfinden dieses Ende als das i Tüpfelchen.

Ob es von mir eine Leseempfehlung gibt? Ich bin da sehr zwiegespalten. Auf der einen Seite habe ich mit The couple next door einen soliden Thriller gelesen. Leider ist manches sehr platt und vorhersehbar und das Ende hinterlässt bei mir einen sehr faden Beigeschmack. 

Klappentext: 

Deine Nachbarin möchte nicht, dass du dein Baby zur Dinnerparty mitbringst. Dein Ehemann sagt, das sei schon in Ordnung. Ihr wohnt ja gleich nebenan. Außerdem habt ihr ein Babyfon und könnt abwechselnd nach der Kleinen sehen. Deine Tochter schläft, als du das letzte Mal nach ihr siehst. Doch jetzt herrscht Totenstille im Haus. Du rennst ins Kinderzimmer – und dein schlimmster Alptraum wird wahr: Die Wiege ist leer.
Es bleibt nur eins: die Polizei zu rufen – doch wer weiß, was sie finden wird. (Quelle: Bastei Lübbe )

(Rezension) Agatha Raisin und der Tote im Wasser von M.C. Beaton

 Frühling in den Cotswolds. Agatha Raisin langweilt sich fürchterlich, zu lange liegt ihr letzter Fall zurück. Nur ein Streit im Nachbardorf sorgt für etwas Abwechslung: Ein Mineralwasserhersteller will sich für viel Geld aus der örtlichen Trinkwasserquelle bedienen, was die Dörfler bis hinauf zum Gemeinderat spaltet. Als der Vorsitzende des Rats ermordet in der Quelle treibt, sieht Agatha das Ende ihrer kriminalistischen Durststrecke gekommen. Mit Inbrunst stürzt sie sich in die Ermittlungen – und muss rasch erkennen: Dieser Mörder ist mit allen Wassern gewaschen.

M.C. Beaton: Agatha Raisin und der Tote im Wasser     

8,99 € / 222 Seiten / Taschenbuch / Leseprobe

ISBN: 978-3-404-17359-4 / Bastei Lübbe 

 

 

Meine Meinung: 

Ohne zuviel verraten zu wollen, kann ich sagen das dieses Mal ein Streit im Nachbardorf Agatha Aufmerksamkeit auf sich zieht. (Es wurde schließlich auch langsam unwirklich wie oft Mrs. Raisin über Leichen in ihrem “eigenen Vorgarten” stolpert.) Bei dem Streit geht es darum, dass eine Firma das Wasser einer Quelle vermarkten möchte, viele Dorfbewohner aber der Meinung sind, das nur die gesamte Gemeinde das Recht zum Verkauf habe, nicht ein einzelner. Da Agatha sich gerade die Langeweile damit vertreibt kurzfristig wieder in der PR-Branche zu arbeiten sieht sie das als ihre Chance endlich wieder an einem Fall zu ermitteln.

Meine Follower werden vielleicht schon gemerkt haben, dass ich einfach auf Cozy Crime stehe. Hierbei gilt, je britischer, desto besser. Nach langen Monaten des Wartens konnte ich nun wieder eintauschen in die skurrile Welt von Hobby Detektivin Agatha Raisin. Für mich geht es in Band 7 “back to the roots” (zurück zu den Wurzeln), endlich wieder mehr Agatha und weniger Jammern, denn dieses Mal steht wieder der Fall im Vordergrund und nicht ihr Privatleben.

Ich gebe es zu, auch hartgesottene Fans brauchen manchmal starke Nerven um diese nervige On-Off Beziehung zwischen Agatha und James zu ertragen. Ob was wohl jemals zu einem ordentlichen Happy End führt? Agatha legt wieder, wie sollte es auch anders sein, ihre gewohnt schroffe und harsche Art an den Tag. Im Grunde ist sie auch in Band 7 immer noch kein typischer Sympathieträger, man muss sie schon mögen um bei Band 7 gelandet zu sein. James, den ich übrigens in dieser Folge nur als Nebenfigur bezeichnen würde, gefällt mir dieses Mal eigentlich recht gut. Keine unnötigen Dates oder Eifersüchteleien sondern einfach mal wieder gute einfach Detektivarbeit.

Was ich an dieser Serie so sehr mag? Im Grunde ist die Agatha Raisin Reihe schon ein paar Tage alt, den in Britannien wurde der erste Teil schon 1994 veröffentlicht. Dieses Alter merkt man der Geschichte an und zwar auf eine ganz besondere Art und Weise. Es gibt noch keine Handy und Laptops die den beiden die Arbeit erleichtern. Das höchste der Gefühle ist zur Zeit noch ein Anrufbeantworter der regelmäßig zum Einsatz kommt. Der ganze Plot wirkt auf den Technologieverwöhnten Leser stark entschleunigt und genau das macht für mich im Moment den Charme dieser Reihe aus. Ich hoffe, diese Reihe wird ihre Langsamkeit nicht mit der Zeit verlieren.

Nachdem mir im Vorgänger zu viel Liebeskummer zu wenig Cotswolds vorgekommen waren, kann “Agatha Raisin und der Tote im Wasser” bei mir wieder punkten und bekommt 4 von 5 Sternen.

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