(Rezension) Der Store von Rob Hart

Meine Meinung

Der Store von Rob Hart. Ich habe dieses Buch schon vor ein paar Tagen ausgelesen, musst es aber erst noch auf mir wirken lassen.  Was im ersten Augenblick noch wie eine Dystopie erscheint, kann im nächsten schon das Heute von Morgen zeigen. Sind wir nicht tatsächlich auf dem besten Wege in eine Welt, in der Läden ihre Türen schließen, weil die Kunden lieber online kaufen? So weit von der Realität entfernt wie manche das vielleicht gerne hätten, ist dieser Plot schon lange nicht mehr. 

Werbung – Rezensionsexemplar  

Libellenschwestern Der Store - Ron Hart

                   
Der Store  
von Rob Hart 

22,00 € / Hardcover / 592 Seiten  

ISBN: 978-3-453-27230-9 / Heyne Verlag 

 

 

 

Aber worum geht es eigentlich?

Es geht um Cloud. Ein riesiger Onlinehandel der wirklich alles verkauft, außer Waffen. Cloud wurde von Gibson Wells gegründet und aufgebaut. Nach außen bewirbt er seine Cloud als Familie und jeder könne glücklich sein und ein Teil der Familie zu werden. Seine Angestellten müssen einen mehrstufigen Test bestehen um in einer der großen Mother-Cloud Anlagen arbeiten und leben zu dürfen. Hier ist nicht alles Gold das glänzt. Seine Angestellten leben an dem Ort an dem sie arbeiten. Das mag Fahrtzeiten und auch Kosten reduzieren, aber die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen so fließend. Im Grunde ist die Cloud der eigentliche Nutznießer dieser Praktik. Jeder Mitarbeiter bekommt gleich zu Beginn ein Cloud Band. Eine Art Alles-in-Einem Smartwatch. Sie dient als Uhr, Schlüssel, Geld, zu Kommunikation und natürlich auch zur Überwachung. Außerdem wird man noch bei der Ankunft seine zukünftigen Abteilung zugeteilt. Jede Abteilung hat eine eigene Farbe die jederzeit auf den Staus des Mitarbeiters hinweist.

Drei unterschiedliche Perspektiven

Mir hat das Lesen von Der Store wirklich viel Spaß gemacht. Geschrieben ist es aus drei verschiedenen Perspektiven. Einmal Inhaber und CEO Gibson Wells. Dieser richtet sich in Form von regelmäßig eingeschobenen Blog Artikeln an alle. Leser und Figuren gleichermaßen. Gleich zu Beginn lässt er eine große Bombe platzen und erklärt im Laufe des Buches immer wieder Einzelheiten zum Verständnis der Leser.

Die Charaktere

Dann gibt es noch Zinnia, eine junge Frau deren Intention bei Cloud zu arbeiten nur Häppchenweise preisgeben wird. Sie landet als Rote, als Sammlerin, im Lager wo sie Tag ein Tag aus Waren einsammelt und anschließend auf ein Förderband legt. Alles präzise gesteuert durch ihr Cloud Band. Zu guter letzt haben wir noch die Sicht von Paxton. Er hatte eine eigene Firma die er aufgeben musste, nachdem sein größter Kunde, die Cloud, abgesprungen war. Natürlich war alles eine Frage der Konditionen und des Geldes. Paxton blieb förmlich keine andere Chance als sich direkt bei seinem größten Konkurrenten zu bewerben. Er landet ausgerechnet in der Security Abteilung, bei den Blauen. Er wollte überallhin, nur nicht dort.

Im Grunde bleiben alle Charaktere sehr oberflächlich. In einigen andern Rezensionen wurde das bereits bemängelt, ich finde allerdings, das passt exakt zu dem, was einen Inder Cloud erwartet. Niemand kennt jemanden wirklich. Das Leben besteht aus Arbeit, Essen, Schlafen und von vorne. Wirklich enge Kontakte scheint es nicht zu geben. Daher empfinde ich die flachen Charaktere eher als Teil des Schreibstils.

Die Kapitel

Die Kapitel sind wie schon erwähnt in verschiedene Perspektiven aufgeteilt und allesamt recht kurz. Durch die kurzen Kapitel lies sich das Buch sehr flüssig lesen und ich bin schnell in die Geschichte eingestiegen. Meistens reihen sie sich dem Gestehen nach chronologisch aneinander. In einigen Fällen nutzt der Autor aber die Gelegenheit ein und die selbe Szene aus verschiedene Blickwinkeln zu beschreiben. Das gefällt mir gut.

Das Thema

Das Thema selbst mag nicht neu sein, aber ich finde es wurde interessant aufgearbeitet und mit vielen Details glaubhaft ausgeschmückt. Wie gesagt, die Welt die Rob Hart hier mit der Cloud erschaffen hat, ist leider so real, das es beängstigend ist. Wer kann schon sagen, wann und ob wir technisch in der Lage sein werden solche Szenarien Wirklichkeit werden zu lassen.

Das Ende

Nun kommen wir aber leider noch zum großen Schwachpunkt dieses Buches und das ist das Ende an sich. Das Ende ist nämlich genauso platt und flach wie die Charaktere. Ich hätte hier den großen Knall erwartet in welcher Richtung auch immer. Der kam aber leider nicht und die letzten Kapitel plätscherten nur so dahin. An dieser Stelle bleibt es wohl jedem selbst überlassen Paxton Verhalten und Entwicklung zu bewerten.

Die Thematik regt zum nachdenken und vor allem zum überdenken an. Viele Themen werden hier, wenn auch sehr versteckt, kritisch unter die Lupe genommen. Vom allmächtigen Online Giganten bis hin zur Klima Debatte ist etwas dabei.

Sollte man Der Store von Rob Hart lesen?

Ja auf jeden Fall. Man sollte einfach keinen Thriller erwarten oder gut ausgeklügelte Spannung, aber man kann dennoch einige amüsante Stunden mit diesem Buch verbringen.

Rena


Diese Rezension habe ich als Teil der LinkParty von Monerl eingetragen. Frei nach dem Motto #MiteinanderStattGegeneinander wünsche ich euch viel Spaß beim stöbern


Andere Meinungen: 

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4 Gedanken zu „(Rezension) Der Store von Rob Hart

  • 24. Oktober 2019 um 3:36 pm
    Permalink

    Liebe Rena,
    das Buch ist gerade in aller Munde und dennoch bin ich unsicher, ob ich es lesen soll. Auch du vergibst gute 4 Sterne! Ich mag es eigentlich nicht, wenn das Ende eines Buches verhunzt wird. Das kann mir zum Schluss noch das ganze Buch vermiesen. Aber deine Bewertung lässt mich nun doch nochmal überlegen. 🙂
    GlG, monerl

  • 24. Oktober 2019 um 3:45 pm
    Permalink

    Hallo monerl,
    ich würde dem Buch wirklich eine Chance geben. Ich glaube auch, du wirst schnell merken ob es die gefällt oder eben nicht.
    Was Das Ende angeht, man kann leider nicht alles haben… 😉
    Liebe Grüße
    Rena

  • 10. November 2019 um 10:44 am
    Permalink

    Hallo Rena,

    das Buch steht in meinem Regal und wartet darauf gelesen zu werden.

    Auch wenn ich Deine Kritik nachvollziehen kann bist Du doch mit vier Sternen sehr zufrieden.

    Deine Kritik zum Ende erinnert mich an „Der Würfel“
    aber trotzdem ist es ein gutes Buch. Solltest Du es nicht kennen, dann ist das sicherlich auch eine Empfehlung.

    LG
    Anja

  • 10. November 2019 um 11:18 am
    Permalink

    Hallo Anja,

    bisher kenne ich “Der Würfel” nicht, schaue es mir gleich aber einmal näher an.
    Finde die Richtung sehr interessant.

    Insgesamt war ich mit “Der Store” wirklich zufrieden und Kleinigkeiten findet man doch immer… 🙂

    Rena

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