Inhalt:

Das zweite Gesicht ist die Geschichte der jungen Polly. Bei ihrem Versuch ihre Mutter May und ihren kleinen Bruder Benjamin vor ihrem Gewalttätigen Vater Silas zu retten zündet sie aus Versehen die Elterliche Farm an. Die Mutter flieht mit ihren beiden Kindern und bringt sie in einer Shaker Gemeinde in Sicherheit. Die beiden Kinder werden dort mit offenen herzen aufgenommen und Teil der Gemeinschaft. May verlässt die Shaker sehr schnell und verschwindet. Währenddessen untersucht Bandinspektor Simon Pryor die abgebrannte Farm um herauszufinden was in dieser Nacht passiert ist und wem die Farm und das Land auf dem sie sich befindet nun eigentlich gehört. Viele haben ein Auge auf das Anwesen geworfen und würden einiges tun um sich dieses zu bemächtigen. 

Das zweite Gesicht

 

Das zweite Gesicht von Rachel Urquhart

9,99 € / 408 Seiten / Paperback  

ISBN: 978-3-442-71482-7 / btb Verlag

 Meine Meinung: 

Die eigentliche Handlung ist eingebettet in Beschreibungen über eine Shaker Gemeinde und deren Alltag. Diesen Teil fand ich äußerst spannend und ansprechend. Wahrscheinlich hat man irgendwann schon einmal den Begriff Shaker gehört oder gelesen, aber kaum jemand wird heute noch wissen, wie diese Gemeinden gelebt haben. Befremdlich, aber spannend!

Außerdem gibt es da noch den Handlungsstrang des Brandermittlers. Es ist wirklich faszinierend was ohne die heutige Technik damals schon alleine durch genaue Beobachtungen möglich war. Brandinspektor Simon Pryor hat mit gut gefallen und war mir sehr sympathisch. Ein wirklich kluger und mitfühlender junger Mann.

Auch die anderen Charaktere sind sehr tiefgründig und real ausgearbeitet. Am besten ist mir die Eldress in Erinnerung geblieben. Eine der Älteste in der Shaker Gemeinde, die ihr Leben lang an diesem Ort verbracht hat und der oberflächlich das Wohl des kleinen Benjamin am Herzen liegt. Im Grunde besticht sie aber, finde ich, durch ihre eher weltlichen Züge wie Habgier.

Alles in allem kann ich “Das zweite Gesicht” empfehlen obwohl die Geschichte einige Längen aufweist in der kaum etwas die Handlung brauchbar weiter treibt. Warum ich das Buch trotzdem empfehlen kann? Die Geschichte hat einfach was und punktet mit ein paar geschickt eingebauten historischen Fakten.

Klappentext: 

Massachusetts 1842: Die 15-jährige Polly zündet die heimische Farm an, ihr brutaler Vater kommt in den Flammen um. Polly und ihr Bruder müssen fliehen und finden Zuflucht in einer Shaker Gruppe. In dieser religiösen Gemeinschaft mit strengen Regeln wähnt sich Polly sicher vor den Nachstellungen des Privatdetektivs Simon Pryor, der den Fall aufklären soll. In der jungen Shaker-Schwester Charity findet sie eine Freundin und Verbündete. Doch als Polly sich in den Augen der Gemeinschaft als „Seherin“ erweist, als eine Auserwählte mit mystischen Visionen, beobachtet man sie auch hier mehr als genau. Wird Polly unter diesen Umständen weiter ihre wahre Geschichte verheimlichen können? (Quelle: btb Verlag)