(Rezension) Das Geschenk von Sebastian Fitzek

Meine Meinung

Wie viele andere habe ich seit Monaten und Wochen auf den neuen Sebastian Fitzek Thriller aus dem Hause Droemer Knauer gewartet. Danach hat es nur knapp 5 Tage gedauert um die letzten Worte in “Das Geschenk” zu lesen. 

Manchmal ist Unwissenheit das größte Geschenk. 

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Libellenschwestern Cover Sebastian Fitzek Das Geschenk

                   
Das Geschenk  
von Sebastian Fitzek 

22,99 € / Hardcover / 368 Seiten  

ISBN: 978-3-426-28154-3 / Droemer Knauer Verlag 

 

 

Mitten drin und voll dabei

Das Geschenk von Sebastian Fitzek fängt eigentlich ganz typisch an: Der Leser ist ohne viele Worte mitten in der Geschichte. In diesem Falle in der Gegenwart und der Protagonist erzählt in einer Rückblende seine Geschichte. Später hat selbst die Rückblende noch Rückblenden.

Um was geht es eigentlich? 

“Das Geschenk” dreht sich hauptsächlich um Milan Berg. Er ist Ende 20, wohnt in Berlin und kann nicht lesen. Immer wieder wird sein Analphabethismus und lesen Folgen im Alltag thematisiert. Ich finde das ist gut gemacht und ordentlich recherchiert. Jedenfalls macht es den Eindruck, denn ich kann ja Lesen und Schreiben. Während des Lesens war ich einige Male sehr dankbar dafür und habe gemerkt, wie selbstverständlich die meistens von uns das einfach nehmen. 

Milan schlägt sich seit er denken kann durch sein Leben. Arbeit findet er selten und wenn er mal eine hat kommt früher oder später sein Analphabethismus zur Sprache und er wird gefeuert oder Milan reagiert auf seine ganz eigene Weise und zerstört “vorsichtshalber” lieber gleich selbst seine Chancen. Er hat sich im laufe der Zeit viele Tricks angeeignet um zu verbregen, das er nicht lesen kann. Die heutige Technik, also Apps und Sprachsteuerung, ermöglicht ihm einiges und nur sein eigener Vater weiß von seinem Problem. 

Spoiler –  Nein Danke! 

Es gibt Bücher das fällt es mir sehr schwer sachlich, aber vor allem Spoiler frei zu rezensieren. Ich würde gerne von so vielem erzählen, aber darunter sind viele Punkte, die ich auf gar keinen Fall erzählen darf um anderen Lesern das Buch nicht zu vermasseln. Dieses Buch ist so ein Buch. 

Wirklich ein Geschenk? 

Was mir nicht gefallen hat, ist die zunehmende Brutalität und Grausamkeit in seinen Büchern. Nachdem mich der Vorgänger (“Der Insasse”) durch eben das Fehlen vieler grausamer Szenen überzeugen konnte, startet “Das Geschenk” leider genau mitten drin. Protagonist Milan ist im Knast und seine Mitgefangenen spielen ihm übel mit und das ist nun sehr blumig umschrieben. Auch der Antagonist ist nicht ohne und Fitzek findet jedes verdammte Mal eine vermeintlich gute Erklärung für diese Verhalten. Ich kann das nicht unbedingt nachvollziehen und bin der Meinung, das Fitzek auch ohne diese Brutalität auskommen könnte und das sogar ohne langweilig zu werden. Man kann sich nicht immer selbst toppen und so wirkt es leider im Moment. In meinen Augen hat er in seinen älteren Büchern mehr wert auf das Psycho als auf das Thriller gelegt und das hat doch auch funktioniert. 

“Das Geschenk” – Die Figuren

Für meinen Geschmack gab es zu viele Figuren, darunter auch einige Nebenfiguren die man ersatzlos hätte streichen können. Sie haben die Handlung nicht weitergebracht oder es war etwas, das eine andere Figur auch hätte machen können. 

Während des Lesens war ich hin und her gerissen was die übrigen Figuren angeht. Von sympathisch bis hin zu unsympathisch war in allen Variationen alles dabei. Vielleicht war das aber auch, gerade bei Milan, ein Teil des Plans um den Leser in die richtige Richtung zu bewegen. Am Ende gibt es nämlich noch einmal sehr viele Wendungen und Wirren. Alles was man glaubte zu wissen wird noch einmal durch den Wolf gedreht und am Ende kommt etwas ganz anderen dabei heraus. 

Alles in allem hat mir das Buch gefallen. Für einen Fitzek aber leider einfach nur Mittelmaß. Obwohl mich das Ende noch einmal auf falsche Bahnen geführt hat, wusste ich bereits sehr früh was noch kommen sollte. Außerdem fehlte mir irgendwie der Suchtfaktor unbedingt weiter lesen zu müssen. Der kam nämlich erst auf, als die Auflösung bereits in Sichtweiter lag. Leider habe ich auch noch Recht behalten mit meiner Ahnung und das entsprach nur leicht abgewandelt der Handlung.

Sollte man “Das Geschenk” von Sebastian Fitzek lesen?

Fans sollten dieses Buch auf jeden Fall lesen, keine Frage. Der Autor hat das Rad in diesem Buch aber nicht neu erfunden, aber wer das nicht erwartet, hat Spaß beim Lesen. Fitzek Neuligen empfehle ich zum Einstieg allerdings erst mal die älteren Werke… 

 

Rena


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