(Rezension) Agatha Raisin und der Tote im Wasser von M.C. Beaton

 Frühling in den Cotswolds. Agatha Raisin langweilt sich fürchterlich, zu lange liegt ihr letzter Fall zurück. Nur ein Streit im Nachbardorf sorgt für etwas Abwechslung: Ein Mineralwasserhersteller will sich für viel Geld aus der örtlichen Trinkwasserquelle bedienen, was die Dörfler bis hinauf zum Gemeinderat spaltet. Als der Vorsitzende des Rats ermordet in der Quelle treibt, sieht Agatha das Ende ihrer kriminalistischen Durststrecke gekommen. Mit Inbrunst stürzt sie sich in die Ermittlungen – und muss rasch erkennen: Dieser Mörder ist mit allen Wassern gewaschen.

M.C. Beaton: Agatha Raisin und der Tote im Wasser     

8,99 € / 222 Seiten / Taschenbuch / Leseprobe

ISBN: 978-3-404-17359-4 / Bastei Lübbe 

 

 

Meine Meinung: 

Ohne zuviel verraten zu wollen, kann ich sagen das dieses Mal ein Streit im Nachbardorf Agatha Aufmerksamkeit auf sich zieht. (Es wurde schließlich auch langsam unwirklich wie oft Mrs. Raisin über Leichen in ihrem “eigenen Vorgarten” stolpert.) Bei dem Streit geht es darum, dass eine Firma das Wasser einer Quelle vermarkten möchte, viele Dorfbewohner aber der Meinung sind, das nur die gesamte Gemeinde das Recht zum Verkauf habe, nicht ein einzelner. Da Agatha sich gerade die Langeweile damit vertreibt kurzfristig wieder in der PR-Branche zu arbeiten sieht sie das als ihre Chance endlich wieder an einem Fall zu ermitteln.

Meine Follower werden vielleicht schon gemerkt haben, dass ich einfach auf Cozy Crime stehe. Hierbei gilt, je britischer, desto besser. Nach langen Monaten des Wartens konnte ich nun wieder eintauschen in die skurrile Welt von Hobby Detektivin Agatha Raisin. Für mich geht es in Band 7 “back to the roots” (zurück zu den Wurzeln), endlich wieder mehr Agatha und weniger Jammern, denn dieses Mal steht wieder der Fall im Vordergrund und nicht ihr Privatleben.

Ich gebe es zu, auch hartgesottene Fans brauchen manchmal starke Nerven um diese nervige On-Off Beziehung zwischen Agatha und James zu ertragen. Ob was wohl jemals zu einem ordentlichen Happy End führt? Agatha legt wieder, wie sollte es auch anders sein, ihre gewohnt schroffe und harsche Art an den Tag. Im Grunde ist sie auch in Band 7 immer noch kein typischer Sympathieträger, man muss sie schon mögen um bei Band 7 gelandet zu sein. James, den ich übrigens in dieser Folge nur als Nebenfigur bezeichnen würde, gefällt mir dieses Mal eigentlich recht gut. Keine unnötigen Dates oder Eifersüchteleien sondern einfach mal wieder gute einfach Detektivarbeit.

Was ich an dieser Serie so sehr mag? Im Grunde ist die Agatha Raisin Reihe schon ein paar Tage alt, den in Britannien wurde der erste Teil schon 1994 veröffentlicht. Dieses Alter merkt man der Geschichte an und zwar auf eine ganz besondere Art und Weise. Es gibt noch keine Handy und Laptops die den beiden die Arbeit erleichtern. Das höchste der Gefühle ist zur Zeit noch ein Anrufbeantworter der regelmäßig zum Einsatz kommt. Der ganze Plot wirkt auf den Technologieverwöhnten Leser stark entschleunigt und genau das macht für mich im Moment den Charme dieser Reihe aus. Ich hoffe, diese Reihe wird ihre Langsamkeit nicht mit der Zeit verlieren.

Nachdem mir im Vorgänger zu viel Liebeskummer zu wenig Cotswolds vorgekommen waren, kann “Agatha Raisin und der Tote im Wasser” bei mir wieder punkten und bekommt 4 von 5 Sternen.

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