(Rezension) Schweig für immer von Linwood Barclay

 schweigfürimmerFamilie Archer, vor sieben Jahren knapp mit dem Leben davongekommen, trägt schwer an ihrer Vergangenheit. Cynthia, die Mutter, hat das Trauma einfach nicht überwunden und beschließt, eine Weile getrennt von ihrer Familie zu leben, um wieder ins Lot zu kommen. Der Grund ist nicht zuletzt die vierzehnjährige Grace, die gegen die überbeschützende Haltung ihrer Eltern rebelliert. Terry, der Vater, versucht, seine Familie gegen diese Fliehkräfte zusammenzuhalten. Doch die Zeichen stehen auf Sturm: Die ganze Stadt ist in Aufruhr, weil sich in der Nachbarschaft der Archers ein brutaler Mord ereignet hat. Und Grace ist nicht ganz unschuldig an den Ereignissen.

 

 

 

Linwood Barclay: Schweig für immer

9,99 € / 512 Seiten / Taschenbuch

ISBN: 978-3-426-51791-8 / Droemer Knaur Verlag / Hier kaufen! 

 

 

 

Meine Meinung: 

„Ohne ein Wort “ habe ich schon vor vielen vielen Jahren gelesen, zumindest das erste Mal.

„Schweig für immer“ beginnt für mich recht zusammenhanglos mit einem brutalen Mord an einem Rentner Ehepaar. Erst danach kommen für uns Leser die Archers ins Spiel. Ca. 7 Jahre nach „Ohne ein Wort“ ist Terry immer noch Lehrer, Cynthia arbeitet mittlerweile bei der Stadt und Grace ist inzwischen 14 Jahre alt und leidet sehr unter der Vergangenheit ihrer Mutter.

Ich würde dieses Buch zwar als eigenständig beschreiben, aber ohne die Hintergründe aus Teil 1 zu kennen, macht dieses Buch nur halb so viel Spaß. Die Charaktere sind sich treu geblieben. Terry ist nach wie vor der passionierte Lehrer und versucht mit allen erdenklichen Mitteln seine Familie zusammen zu halten. Gar nicht so einfach, wenn ihm alles durch die Finger rinnt wie Sand. Cynthia scheint zumindest was die Arbeit angeht endlich Fuß gefasst zu haben .Sie ist nun keine Aushilfe mehr, sondern arbeitet beim Gesundheitsamt Milford. Leider ist sie immer noch die völlig durchgeknallte, überbehütende und kontrollierende Mutter, heute sogar mehr denn je. Tja, und da ist natürlich noch Grace. Sie ist mittlerweile 14 Jahre alt und unter den ständigen bevormundenden ihrer Mutter zu einem leicht renitenten Teenager herangewachsen. Je mehr Grenzen man ihr aus Sorge setzte, desto mehr versucht sie daraus auszubrechen. Ihre Mutter und sie ecken oft wegen dieses Themas an.

Neben den vielen neuen Charakteren spielen auch viele lieb gewonnene Charaktere aus „Ohne ein Wort“ wieder eine Rolle. Es ist schön zu sehen wie auch diese sich entwickelt haben und auch in diesem Band wieder zur Lösung beitragen. Besonders gut daran gefällt mir die Art und Weise wie Barclay diese alten Charaktere nach und nach mit einfließen lässt und in das aktuelle Geschehen mit einwebt. Der Plot selbst hat mir dieses mal nicht ganz so gut gefallen.

Die Eigentliche Handlung wirkt irgendwie relativ flach und farblos und durch die vielen verschiedenen Handlungsstränge die auch noch aus verschiedenen Sichten beschrieben werden, entsteht irgendwie Verwirrung. Der Spannungsbogen baut sich nur sehr langsam auf, richtig spannend wird es nämlich erst kurz vor Schluss. Trotz aller Wiedersehensfreude wirkt „Schweig für immer“ auf mich irgendwie falsch, farblos und fremd auf mich. Auch wenn es toll ist die Weiterentwicklung der damaligen Geschichte und der der Charaktere zu verfolgen fehlt hier einfach irgendetwas das ich leider nicht genau benennen kann.

Für dieses „Nach-Hause-Kommen-Gefühl“ das Schweig für immer bei mir ausgelöst hat, bekommt das Buch von mir 3,5 Sterne. Für alle Linwood Barclay Fans oder Leser des ersten Teils gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung, alle anderen haben vielleicht nicht ganz so viel Spaß an diesem Buch.

 

 

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