(Rezension) Wo du auch bist von Fleur Smithwick

In ihrer Kindheit waren sie unzertrennlich: Alice und Sam, der imaginäre Freund, der ihr nach der Scheidung der Eltern durch eine schwere Zeit half. Zwanzig Jahre später stellt ein tragischer Autounfall Alices Welt erneut auf den Kopf. Sie erwacht aus dem Koma – und Sam ist wieder da. Er bringt sie zum Lachen, führt sie langsam ins Leben zurück. Doch Sam will mehr, und vor allem will er nicht, dass Alice ihrer Jugendliebe Jonathan wieder näherkommt. Fast zu spät erkennt Alice, in welcher Gefahr sie schwebt … 

 

 

Fleur Smithwick: Wo du auch bist   

9,99 € / 464 Seiten / Taschenbuch 

ISBN: 978-3-453-35853-9 / Diana Verlag 

 

 

Meine Meinung: 

Der Debütroman “Wo du auch bist” der Autorin Fleur Smithwick hat mir gut gefallen. Leider beginnt dieser Roman sehr traurig und bedrückend, nach einer Feier verunglückt Rory Alices Jugendfreund nach einem Autounfall tödlich. Nachdem Alice im Krankenhaus aufwacht sitzt Sam an ihrer Seite. Ihr imaginärer Freund aus Kindertagen…

Sam hat Alice während einer schweren Zeit in ihrer Kindheit geholfen und zur Seite gestanden, das Problem ist nur: niemand außer Alice kann Sam sehen. Als kleines Kind kommt man mit so etwas durch, man findet es wohlmöglich auch noch süß, Alice aber ist erwachsen und kann Sam nicht mehr rational erklären. Sam mischt sich zunehmend in Alices Leben ein sodass am Ende nicht mal mehr Alice sagen kann, was davon wirklich passiert ist.

“Wo du auch bist” wurde in der Ich-Form geschrieben, daher erfährt der Leser genau soviel, wie die Hauptprotagonistin weiß. Nicht nur Alice, auch der Leser, wird immer wieder in unmögliche Vorkommnisse verwickelt und Alice verliert zunehmend mehr die Kontrolle. Es fällt immer schwerer zwischen Real und Einbildung zu unterscheiden.

Der Plot spielt in der Gegenwart, wird aber immer wieder durch Rückblenden unterbrochen. Wir erfahren Sams Ursprung und Details ihrer Kindheit. Als Leser leidet man im stillen mit Alice mit und ich kann sie einfach so gut verstehen. Sie ist ein sehr sensibler und gutmütiger Charakter und macht im Laufe des Buches eine wirklich tiefe Entwicklung durch.

Das Buch ist eigentlich in sich abgeschlossen, lässt aber noch genug Platz für eigene Interpretationen. Alles in allem ein sehr gefühlvoller Liebesroman mit einem guten Hauch Spannung und einem kleinen Quäntchen Fantasie. Von mir bekommt dieser wunderbar tierschürfende Roman 4 Sterne.

Vielen herzlichen Dank an den Diana Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

 

4

(Rezension) Das Jahr der Schatten von Hannah Richell

Das Jahr der SchattenAls Lila ein verfallenes Cottage im englischen Peak District erbt, scheint dies ihre Rettung zu sein. Ihr Leben und ihre Ehe stecken in der Krise, und so entschließt sie sich zu einer Auszeit an dem idyllischen Ort am See. Sie genießt die Einsamkeit, bis sie beunruhigende Spuren der früheren Bewohner entdeckt, die auf einen überstürzten Aufbruch hindeuten. Ein mysteriöser Brief lässt ein Unglück erahnen. Welches Geheimnis bergen die Mauern des Hauses, und welche Bedeutung hat es für Lilas Leben?

 

 

Hannah Richell: Das Jahr der Schatten

9,99 € / 496 Seiten / ISBN: 978-3-453-29163-8

Taschenbuch / Diana Verlag / Hier kaufen! 

 

Über den Inhalt möchte ich heute nicht viel schreiben, dass lasse ich euch lieber direkt von der Autorin erzählen:

 

Meine Meinung: 

Die Idee hinter “Das Jahr der Schatten” hat mir gut gefallen. Zwei ineinander verwobene Erzählsprünge die sich ein ums andere mal kreuzen und am Ende sehr geschickt zu einem Zusammen laufen. Ich muss allerdings zugeben, das mir der “Heute” Zeitstrang wesentlich besser gefallen hat als die “Vergangenheit”. Das mag zum einen daran gelegen haben, das für mich Lila einfach die für mich mit Abstand sympathischte Protagonistin in diesem Buch war. Mit der Studentengruppe und vor allem ihrem ungezählten Anführer Simon habe ich mich nicht recht anfreunden können. Obwohl sie alle 5 kluge junge Menschen sind, lassen sie sich von Simon in seine “Scheinwelt” ziehen und merken viel zu spät, dass es ganz einfach viel zu spät ist.

Das Buch selbst ist sehr flüssig geschrieben und in verschiedene Kapitel aufgeteilt, jeweils abwechselnd einmal ein Gegenwarts- und ein Vergangenheitskapitel. Und obwohl fast 30 Jahre zwischen diesen Einzelnen Erzählsträngen liegen, ergänzen diese sich immer wieder auf wundersame weise.

Das Ende ist mit Abstand das beste an diesem Buch, sehr geschickt lässt die Autorin hier beide Zeiten ineinander laufen und klärt alle erdenklichen Fragen. Im Grunde hat dieses Buch auch nicht “das Ende” wie man es vielleicht erwartet, sondern wird über mehrere Kapitel hinweg häppchenweise aufgelöst.

Warum das Buch von mir dann trotzdem nur 4 Sterne bekommt? Weil mir die düstere, karge und ärmliche Atmosphäre der 5 Cottage Bewohner einfach nicht so recht gefallen hat. Ich konnte mich einfach nicht in sie hineinversetzen, wieso sie dieses Leben wählten und vor allem wieso sie sich von Simon alles “diktieren” lassen.

 4

 

Vielen herzlichen Dank an den Goldmann Verlag der mir dieses Rezensionsexemplar zur verfügung gestellt hat.

(Rezension) Einundachtzig Worte von Elizabeth Joy Arnold

Quelle: Diana Verlag




Autor: Elizabeth Joy Arnold    
Preis: € 9,99 [D] 
Seitenzahl: 544 Seiten
ISBN978-3-453-35800-3
Verlag: Diana Verlag                                                             Taschenbuch

 

Inhalt:

Chloe und Nate sind seit einer Ewigkeit verheiratet, als Nate eines Tages ohne Erklärung verschwindet. Alles, was er hinterlässt, ist ein kurzer Brief von einundachtzig Worten. Nate ist in ihre Heimatstadt zurückgekehrt – an jenen Ort, an dem vor vielen Jahren ihr Sohn spurlos verschwand. Ein tragischer Verlust, der Chloes und Nates Leben für immer veränderte und den auch ihr neues Leben und ihre gemeinsame Buchhandlung nicht heilen konnten. Bergen diese einundachtzig Worte die Chance für Chloe, die Vergangenheit endlich zu klären und ihre Liebe zu Nate wiederzufinden?

Meine Meinung: 

Am Anfang bin ich trotz des vielversprechenden Klappentextes zunächst einmal nicht richtig warm geworden mit diesem Buch, sehr bald wurde ich aber von der Geschichte in ihren Bann gezogen. 

Chloe und Nate führe gemeinsame eine Buchhandlung bis Nate eines Tages  in seine Heimatstadt verschwindet und bloß eine Nachricht bestehend aus einundachtzig Worten hinterlässt. So rätselhaft wie Nates ominöse Nachricht ist auch das ganze Buch. Der Schreibstil ist allerdings sehr geheimnisvoll und mit vielen Andeutungen gespickt die erst im Laufe der Geschichte zu einem ganzen verschmelzen. Der Leser wird direkt zu Beginn in die Geschichte hineingeworfen, das oft übliche “Geplänkel” am Anfang des Buches wurde hier einfach mal übersprungen. (Das gefällt mir übrigens persönlich sehr gut, aber das ist wahrscheinlich wie alles andere auch Geschmacksache.)

“Einundachtzig Worte” ist kein Roman für zwischendurch, denn obwohl er sich flüssig lesen lässt hat der Plot etwas sehr schwermütiges, vielleicht sogar trauriges. Trotzdem reißt einen dieses Buch einfach mit. Durch viele, viele Rückblenden, die den größten Teil des Buches ausmachen, bekommt der Leser nach und ach Zugang zur kompletten Wahrheit. Diese Wahrheit ist noch viel vielschichtiger und realer als sie zunächst scheint.

Die Personen in “Einundachtzig Worte” sind genau so vielschichtig und facettenreich wie der Plot. Der Charakter der Chloe hat mir nicht von Beginn an gefallen, ich fand sie zunächst unsympathisch und kühl und erst nach und nach bin ich mit ihr aufgetaut. Je mehr ich über sie und ihre steinige Vergangenheit erfahren habe, desto mehr konnte ich sie verstehen.

Fazit:

Ich gebe “Einundachtzig Worte” 4 funkelnde Sterne und eine klare Leseempfehlung. Sehr gefühlvoll beschreibt Elizabeth Joy Arnold Chloes und Nates Gesichte die einen so schnell nicht wieder los lassen wird.

 

4

 

Vielen herzlichen Dank an den “Diana Verlag” für dieses Rezensionsexemplar.