Sein oder Nicht sein

Nach dem wiederholten Genuß des Audibooks “Ohne Netz” von Alex Rühle,  ich werde auch nach dem zehnten Mal nicht müde es zu hören, stelle ich mir die Frage “Wie viel ist zuviel”?
Muss man wirklich den ganze Tag online und erreichbar sein? Nachdem mein Smartphone morgens länger brauchte mich auf den neusten Stand zu bringen, als ich um überhaupt wach zu werden, kann ich mittlerweile ganz eindeutig sagen – Nein! Nein, wir müssen nicht allezeit online, allezeit bereit sein. Warum bei mir nachts überhaupt soviel passiert? Nun ich gehe sehr früh ins Bett weil ich aufstehe, wenn andere noch lange schlafen und die Zeitverschiebung zu den Staaten spielt eventuell auch eine Rolle. Zumindest die die mich privat kennen wissen, das man ab 20 Uhr kaum noch etwas von mir zu erwarten hat. Ich war letzte Woche von dem wild winkenden Geblinke nachts um 4.00 Uhr (da stehe ich nämlich schon wieder auf) so genervt, das ich mich kurzerhand nach Feierabend hingesetzt habe und sämtliche Benachrichtigungen und Push Meldungen ausgestellt habe. Naja ganz alles lahm legen kann ich ja schlecht wenn ich überhaupt noch online sein will, aber seit 4 Tagen wache ich morgens auf und mein Handy zeigt mir bloß die neusten whatsapp Nachrichten (wenn überhaupt) und muss sich nicht mehr überschlagen mit der Überlegung was es mir nun zuerst präsentiert.  Ich finde das doch ziemlich entspannt wenn ich ehrlich bin. An alle anderen Dinge komme ich natürlich auch noch, aber eben dann wann ich will und nicht weil eine Push Nachricht es mir aufdrängt.
Warum ich dann nicht komplett auf den ganzen Quatsch verzichte? Auch das war mir eine ernsthafte Überlegung wert und würde mich reizen, zumindest auf Zeit. Es gibt aber drei Gründe warum ich das Internet kaum noch aus meinem Leben verbannen kann:
  1. Zum einen die Tatsache das ich seit Monaten meine Serien Sucht nunmal per Video on Demand aus dem Internet befriedige. Das private dümmliche Fernsehen schalte ich so selten ein, das mir das Fehlen kaum auffallen würde.
  2. Onlinebanking.  Ich muss zwar nicht ständig online auf mein Konto schauen, sehe es aber nicht ein horrende Gebühren dafür zu zahlen, das ein netter Bank Mitarbeiter Dinge für mich erledigt die ich eigentlich auch selber mache kann. Analoges offline Banking ist bei meiner Bank irgendwie zu einer Art teuren Zusatzleistung mutiert.
  3. Ach ja und da wäre ja auch noch whatsapp. Nicht das ich ständig mit jemandem schreiben muss um zufrieden zu sein, aber ich hasse es einfach zu sehr wenn ich 5 mal am Tag angerufen werde für nix und wieder nix. Bei einer whatsapp Nachricht kann ich wenigstens noch selbst entscheiden, wann und vor allem ob ich die jetzt gerade überhaupt lesen möchte.  Und mal ehrlich, andere Wege gibt es doch heute auch nicht mehr. Versucht man per SMS eine Antwort zu bekommen, kann man auch gleich Rauchzeichen senden.  Hat den selben Effekt…
Veröffentlicht in 2014

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