(Rezension) Still Alice – Mein Leben ohne Gestern von Lisa Genova



Autor: Lisa Genova 
Übersetzer: Veronika Dünninger
Preis: € 8,99 [D]
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 320
ISBN: 978-3-404-27115-3
Verlag: Bastei Lübbe
Leseprobe: Still Alice Lesepobe





Inhalt:

Als Alice erfährt, dass sie an der Alzheimer-Krankheit leidet, kann sie es erst gar nicht fassen. Sie ist doch erst fünfzig! Machtlos muss sie dabei zusehen, wie die Erinnerungen ihr mehr und mehr entgleiten. Wie soll sie sich in ihrem eigenen Leben zurechtfinden? Mit beeindruckendem Mut stellt sie sich einer Zukunft, in der vieles nicht mehr da ist und doch etwas bleibt: die Liebe.
Bewertung:

Dieses Buch ist gleichzeitig das fesselndste, traurigste und faszinierendste Buch das ich in letzter Zeit gelesen habe. 
 
Alice, 50 Jahre jung und eine angesehene Harvard Dozentin erfährt nach einigen merkwürdigen Vorfällen von ihrem Neurologen, das sie an der frühen Alzheimer-Krankheit erkrankt ist. So lange wie es eben möglich ist, versucht sie ein normales Leben zu führen ohne ihr Umfeld und vor allem ihre Kollegen einweihen zu müssen. Leider werden ihre „Aussetzer“ immer häufiger, sie verliert die Orientierung beim Joggen, vergisst Termine, kann sich an Ereignisse aus der Vergangenheit nicht mehr erinnern und sucht immer öfter nach dem einen Wort das ihr auf der Zunge liegt, aber einfach nicht einfallen will. Sie vertraut sich ihrer Familie an, ihr Mann sowie ihre zwei Töchter und ihr Sohn gehen sehr unterschiedlich mit der frühen Diagnose ihrer Mutter um. Ihr Sohn Tom ist Medizinstudent und versteht sehrwohl was mit seiner Mutter gerade passiert. Tochter Anne fürchtet sich vor allem davor, dass sie oder ihre zukünftigen Kinder auch Alzheimer bekommen werden und ihre jüngste Lydia ist zu Anfang mehr mit sich selbst beschäftigt als über die Konsequenzen dieser Krankheit nach zu denken. Mit der Zeit ist sie allerdings die erste die auf ganz besondere Weise Zugang zu ihrer kranken Mutter findet und das obwohl sie sich wegen ihrer Entscheidung Schauspielerin zu werden nicht besonders nahe stehen. Ihr Mann John vergräbt sich zunehmend mehr in seiner Arbeit, er kann damit nicht umgehen seine sonst so selbstbewusste und kluge Frau vor sich hin siechen zu sehen. 
Irgendwann kommt der Tag an dem Alice nicht mehr daran vorbei kommt ihren Kollegen von ihrer Diagnose zu erzählen, leider muss sie sich auch eingestehen, dass es schon seit langem auch für andere unübersehbare Veränderungen in ihrem Verhalten gibt. Für die sonst so engagierte Dozentin bricht eine Welt zusammen als sie ihre Lehrstelle an den Nagel hängen muss. Nun bleibt ihr nichts weiter, als zu warten. Sie muss darauf warten, wie es mit ihr weiter gehen wird und an wie viel davon sie sich in ein paar Monaten überhaupt noch erinnern kann. 
 
Dieses Buch ist sehr fesselnd und unglaublich beklemmend. Ich gehe mal davon aus, das es ein fiktiver Roman ist, aber diese Geschichte könnte tatsächlich genau so überall auf der Welt jederzeit passieren. Man kann sich eigentlich kaum vorstellen, wie es sein muss sein Gedächtnis und damit auch sich selbst zu verlieren. Wie einem große Teile seines Lebens einfach aus den Händen flutschen und man nichts dagegen tun kann. Viele andere Krankheiten kann man bekämpfen, es gibt Medikamente, man macht einem Hoffnung, aber was soll man jemandem sagen, der irgendwann nicht mal er selbst sein wird? Es fällt mir wirklich schwer über dieses Buch zu schreiben, es bewegt einen unweigerlich sehr und durch die Schreibweise sind die 320 Seiten schnell gelesen. Der Schreibstil erinnert irgendwie an einen lockeren aber fesselnden verbalen Schlagabtausch, also genau das Gegenteil dieses schweren und ernsten Themas. 

Fazit:

Als ich dieses Buch als Blind Date ausgepackt habe, habe ich es für Zwischendurch genannt, schnell gelesen ist es auch wirklich, aber das Thema hat einiges in sich und bringt einen zum Nachdenken. Dieses Buch wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben und ich kann es bedingungslos weiter empfehlen. 







Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.