(Rezension) Eisige Schwestern von S.K. Tremayne

Quelle: Droemer Knaur



Autor: S.K Tremayne
Übersetzer: Susanne Wallbaum 
Preis: € 14,99 [D] 
Seitenzahl: 400
ISBN: 978-3-426-51635-5
Verlag: Droemer Knaur  



Inhalt:

Ein Jahr nachdem die sechsjährige Lydia durch einen tragischen Unfall ums Leben kam, sind ihre Eltern Sarah und Angus psychisch am Ende. Um neu anzufangen, ziehen sie zusammen mit Lydias Zwillingsschwester Kirstie auf eine atemberaubend schöne Privatinsel der schottischen Hebriden. Doch auch hier finden sie keine Ruhe. Kirstie behauptet steif und fest, sie sei in Wirklichkeit Lydia, die Eltern hätten den falschen Zwilling beerdigt. Bald hüllen Winternebel die Insel ein, Angus ist beruflich oft abwesend, und bei Sarah schleicht sich das unheimliche Gefühl ein, etwas stimme nicht. Zunehmend fragt sie sich, welches ihrer Mädchen lebt. Als ein heftiger Sturm aufzieht, sind Sarah und Kirstie komplett isoliert und den Geistern der Vergangenheit ausgeliefert. (Quelle: Droemer Knaur)

Bewertung:

„Eisige Schwestern“ lässt mich einfach nicht mehr los, wer allerdings einen blutigen Psychothriller erwartet weil dieses Buch als solcher deklariert ist, wird bestimmt erst mal enttäuscht sein. „Eisige Schwestern“ ist wirklich unblutig, aber auf eine ganz ruhige Art bedrückend und verwirrend. Das Thema um das sich dreht ist so brisant und unglaublich, dass der Rest schon fast zur Nebensache wird. Woher weiß man, welcher deiner eineiigen Zwillinge gerade tödlich vom Balkon gestürzt ist? Alleine schon die Frage, ob eine Mutter nicht eigentlich doch merken sollte, welches ihrer Kinder sie gerade im Arm hält, treibt einen unaufhörlich durch dieses Buch. Sarah glaubt zunehmend mehr Beweise dafür zu finden, dass sei eigentlich nicht ihre Tochter Lydia beerdigt hat, sondern die andere, Kirstie. Doch sind das bloß die blanken Nerven trauernder Eltern die ihr hier einen Streich spielen oder haben die beiden wirklich ihr eigenes Kind vertauscht und man hält nun das falsche für tot?
Der Autor schafft es tatsächlich immer wieder mich daran zweifeln zu lassen, was ich glaube. Eigentlich glaube ich nämlich, das Eltern ihre Zwillinge auseinender halten können und doch wieder präsentiert er mir in Form von Mutter Sarah neue Beweise die über Kurz oder Lang doch noch mal alles auf den Kopf stellen. Der gesamte Handlungsstrang um den Unfall ist um Grunde sehr nebulös, was an diesem schrecklichen Tag wirklich passiert ist wird nicht gleich zu Beginn verraten.  

Der Charakter der Sarah ist mir sehr ans Herz gewachsen, sie würde als Mutter wirklich alles tun, um die Wahrheit über ihren toten Zwilling zu erfahren. Sie schreckt im Zuge dessen auch nicht vor, sagen wir mal, nicht ganz korrekten Mitteln zurück. Jedoch lernen wir sie als Leser erst gegen Ende wirklich kennen und können das ganze Ausmaß ihrer Familientragödie verstehen. 
Angus wird finde ich viel zu sehr unterschätzt. zu Beginn wird er einem immer unsympatischer, ein arbeitsloser gewaltätger Trinker. Er wird förmlich in eine Ecke gedrängt aus der er sich erst sehr spät befreien kann, er widerlegt seine eigene Aussenwirkung förmlich selbt.  


Die Atmosphäre die der Umzug der Familie gleich in den ersten Kapiteln mit sich bringt finde ich einfach unheimlich toll und trägt noch zusätzlich zu diesem verstörenden und beklemmende Gefühl bei. Sie ziehen auf eine mehr oder weniger unaussprechliche schottische Insel. Zu erreichen entweder per Boot oder zu Fuß bei Niedrigwasser. Wasser und Telefon gibt es nur vom Festnetz. Die kalte klamme Atmosphäre die das Leben der Familie in dem Alten Cottage beschreibt, wird toll beschrieben. Diese sehr rauen Wetterverhältnisse tragen nicht zuletzt noch einmal dazu bei, die bedrückende und verstörende Atmosphäre auch lange bei zu behalten. 
 



Fazit:

   Für alle die unterschwellige Spannung ohne blutige Gemetzel lieben ist „Eisige Schwestern“ erschreckend empfehlenswert. Sie bekommen ein Buch dessen Thematik so verstörend ist, dass sie einem einfach unter die Haut gehen muss.








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