(Rezension) Ein tödlicher Schatz von Rebecca Michéle

Quelle: Goldfinch / Dryas Verlag



Autor: Rebecca Michéle   
Preis: € 12,95 [D] 
Seitenzahl: 320 Seiten Taschenbuch 
ISBN: 978-3-9402-5838-0
Verlag: Goldfinch Verlag 




Inhalt:

Bei Aufräumarbeiten entdeckt Mabel Clarence menschliche Knochen in den Mauern des Herrenhauses Higher Barton. Sofort flammt das alte Gerücht wieder auf, dass eine junge Frau als Gespenst umgehen soll. Bei dem Toten handelt es sich allerdings um einen Mann, der bereits vor zehn Jahren gestorben ist und dessen Leiche in dem Herrenhaus verborgen wurde. Abigail, die frühere Eigentümerin, muss als Zeugin anreisen und gerät schließlich ins Visier der Ermittler. Als ein Goldschatz aus dem 16. Jahrhundert gefunden wird, vermutet Mabel einen Zusammenhang. Doch ist das die richtige Spur? Mabels kriminalistischer Spürsinn ist erneut gefragt. Als sie schließlich die Wahrheit erkennt, gerät sie in tödliche Gefahr. Nach „Die Tote von Higher Barton“, „Der Tod schreibt mit“ und „Schatten über Allerby“ ein neuer Fall für Mabel Clarence.


Meine Meinung: 

Miss Mable ist mittlerweile die Haushälterin für ihren Freund Victor den Tierarzt des Dorfes Lower Barton. Außerdem wurde ihr von ihrer Cousine der Landsitz Higher Barton übereignet nachdem diese ins Ausland gegangen ist. Während Renovierungsarbeiten nach einem starken Unwetter finden die Bauarbeiter eine Leiche in den alten Räumen der Ladyschaft, eingemauert in einen Hohlraum, jahrelang unbemerkt. Obwohl Mabel sowohl der Polizei als auch ihrem Freund Victor versprochen hat die Finger von Ermittlungen zu lassen, kommt sie nicht darum herum sich in diesen Fall einzumischen. 

„Ein tödlicher Schatz“ ist Teil der Miss Mabel Reihe von Rebecca Michéle. Mehr oder weniger unwissend habe ich mit „Das Flüstern der Wände“ mitten in der Reihe angefangen und trotzdem konnte mich die Autorin hier mit ihrer toll durchdachten Geschichte einfangen. Über mehrere Bände hinweg erzählt sie die Geschichte der Familie Tremaine, Besitzer eines riesigen tollen englischen Landsitzes in dem fiktiven Örtchen Lower Barton. Selbst in verdrehter Reihenfolge, vielleicht aber auch gerade dann, fällt einem immer wieder der rote Faden auf der sich durch sämtliche Bücher zieht. Die Familiengeschichte ist wirklich gut durchdacht und vor allem bis heute konsequent durchgezogen. 

Obwohl es eine Reihe ist muss man die anderen Bände nicht zwingend gelesen haben, kleine Andeutungen auf vorherige Fälle der Protagonisten machen aber Lust drauf. Es ist tatsächlich als würde sich während des Lesens ein Puzzle zusammen setzen, aus jedem Buch nimmt man Bausteine mit und setzt sie am Ende zu einem wirklich stimmigen Gesamtbild zusammen. 

Die Figuren sind mir nach wie vor sehr sympathisch. Mabel, die typische Rentnerin die man sich nur vorstellen kann, mit viel Eigensinn schafft sie es nach ihrem Umzug aufs Land immer wieder über Probleme oder Leichen zu stolpern und sich in Folge dessen mit der Polizei anzulegen. Mit ihrer Cousine Abigail, die englische Lady schlechthin, hat sie viel Geduld und weiß sie durchaus zu nehmen. (Ich hatte während des Lesens nicht immer ganz die Geduld mit ihr und hätte sie gerne… Nun ja.) 
Der Tierarzt Victor taut endlich auf und erfreut uns mit seinen Junggesellen Allüren und bringen uns damit zum schmunzeln. Alle zusammen wirklich liebevoll gestaltete Protagonisten. 

Der Kriminalfall selbst ist sehr spannend (auch und gerade dann, wenn man den Nachfolger aus Versehen schon gelesen hat). Im Grunde ist der Fall recht simpel, aber auch hier hat die Autorin viel wert darauf gelegt nicht zu durchsichtig zu sein. Als Leser bekommt man genug Gelegenheit mit zu raten und seine eigenen Vermutungen anzustellen. Während der Ermittlungen gehen die Vermutungen in jede erdenkliche Richtung und bauen so bis ins letzte drittel hinein einen schönen Spannungsbogen auf. 

Der Schreibstil ist für mich gewohnt leicht und modern, lässt sich total flüssig lesen. Obwohl der Fall für ich nach ca. 2/3 etwas vorhersehbar war, lese ich diese Art Bücher sehr gerne. Die Bezeichnung des Verlages „Britcime“ trifft den Nagel auf den Kopf. Ein Higher Barton / Miss Mabel Band bleibt mir noch zu lesen, ich hoffe es werden danach noch ein paar folgen. Rebecca Michéle vermittelt für mich in jedem ihrer Bücher ihre Liebe zu dem was sie tut und über was sie schreibt. Die Geschichten ist nicht nur unglaublich durchdacht sondern auch wirklich authentisch und das macht ihre Krimis so echt und lebensnah. 


Fazit:
 
„Ein tödlicher Schatz“ bekommt von mir dicke 4 Sterne und wird ganz sicher nicht das letzte dieser Autorin sein. Sehr liebevoll und unglaublich durchdacht schreibt Rebecca Michéle tolle Krimis mit britischem Humor.  




Vielen herzlichen Dank an Sandra vom Dryas Verlag die mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
 



Veröffentlicht in 2016

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