(Rezension) Ein Fehler mit Vergangenheit von Katharina M. Mylius

 Während eines Poloturniers in Kirtlington, einem wohlhabenden Vorort Oxfords, stirbt ein Spieler. Alles weist auf einen Unfall hin. Doch unter den Polospielern kursiert das Gerücht, dass ein Mädchen namens Cecilia Hillington etwas mit dem Vorfall zu tun hat. Die Inspectors Heidi Green und Frederick Collins ermitteln und stehen schon bald vor einem Rätsel. Denn Cecilia ist vor einigen Jahren spurlos aus Blenheim Palace verschwunden …

 

 

Katharina M. Mylius: Ein Fehler mit Vergangenheit

11,95 € / 242 Seiten / Taschenbuch

ISBN: 978-3-9402-5857-1 / Goldfisch Verlag 

 

 

Meine Meinung: 

“Ein Fehler mit Vergangenheit” ist schon der zweite gemeinsame Fall der Inspectors Heidi Green und Frederick Collins. Gemeinsam ermitteln sie im Falle eines toten Polo-Spielers während eines Turniers in einem Oxforder Vorort. Obwohl es nicht der erste Fall der beiden ist, kann man hier bedenkenlos zugreifen, “Ein Fehler mit Vergangenheit” ist ein in sich geschlossener Oxford Krimi der Lust auf mehr macht. Es ist nicht zwingend notwendig vorher den ersten Teil gelesen zu haben, danach wird man es wahrscheinlich aber wollen. 

Charaktere: Mir gefällt der Charakter der Heidi Green total gut, sie ist nicht wie der typische Inspector in anderen Büchern, sie ist leicht chaotisch versucht einen Mittelweg zu finden zwischen Ehe und Arbeitsleben. Außerdem sind da noch ihre beiden sehr aufgeweckten Zwillinge die sie auf trab halten. Ihr Kollege Frederick Collins ist dagegen eher der lässige ruhige Pol in diesem Duo. Die Nebencharaktere sind sehr vielseitig, bedienen sich aber oft dem Klischee der “versnobten Englischen Upperclass”.

Schreibstil: Der Schreibstil der Autorin hat mir überraschend gut gefallen. Obwohl ich nie in Oxford war, ist die Bescherung der Umgebung und der Schauplätze so bildlich, das ich mich trotzdem nicht fremd gefühlt habe. Außerdem merkt man dem Text an, das die Autorin weiß wovon sie schreibt, das gibt dem ganzen Buch etwas sehr lebendiges. Mir gefalle ganz besonders die knackigen, einfachen Dialoge. Vor allem während verschiedener Verhöre machen diese die Geschichte richtig flott. Leider ist die Geschichte zwar in sehr viele Absätze aufgeteilt, aber nur in 7 große Kapitel. (Jedes Kapitel umschreibt die Geschehnisse eines Tages.)  Für mich als eingefleischten Kapitel-Leser war das gar nicht so einfach.

Die Geschichte: Der Plot hat mir gut gefallen, für Geschichten mit Familiengeheimnissen bin ich sowieso immer zu haben. Leider ging die Auflösung dann ziemlich rasant über die Bühne. Der Fall wird zwar schlüssig gelöst und lässt auch keine Fragen mehr offen, das ganze allerdings auf wenige Seiten beschränkt in einem wahnsinnigen Tempo. Das gute daran ist aber, ich wusste tatsächlich bis ins letzte Kapitel hinein nicht wie es ausgehen würde, verschiedene Drehungen und geschickte Wendungen haben mich in die falsche Richtung gelockt.

Cover: Das Cover gefällt mit gut auch wenn es mystischer wirkt als die Geschichte eigentlich ist. Wahrscheinlich stellt das Bild den im Buch viel erwähnten “Blenheim Palace” dar. Alles in allem ein sehr ansprechendes einfaches Cover.

Fazit: Ein absolut empfehlenswerter Oxford Krimi mit kleinsten Mängeln. Solide einfache Polizeiarbeit, tolle ehrliche Charaktere und alles zusammen verpackt in eine spannende Geschichte rund um das altehrwürdige Oxford. Von mir bekommt “Ein Fehler mit Vergangenheit” auf jeden Fall 5 Sterne und ich hoffe das wir nicht das letzte mal von Heidi und ihrem Kollegen Frederick gelesen haben.

5

Vielen Dank an den Goldfinch Verlag für dieses Rezensionsexemplar. 

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