(Rezension) Die Vergessenen von Ellen Sandberg

 

Die Vergessenen 
von Ellen Sandberg 

13,00 € / Klappenbroschur / 512 Seiten   

ISBN: 978-3-328-10089-8 / Penguin Verlag

 

Meine Meinung: 

Es geht um Vera, eine Journalistin die weder in ihrem Job noch in dem Ressort glücklich ist für das sie schriebt. Als ihr Cousin sich mit Geldproblemen an sie wendet und kurz darauf auch noch ihre Tante Kathrin mit einem Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert wird, lernen wir ihre ziemlich verkorkste und total eigensinnige Familie kennen. Während ihre Tante noch nicht aus dem Koma erwacht kommt sie nach und nach hinter Kathrins Geheimnis. Ohne ihrer Familie je davon erzählt zu haben hat sie ihre Ausbildung in der Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg begonnen. An diese war auch eine „Kinderfachabteilung“ angeschlossen in der viele Kinder ihr Leben ließen. Nach und nach geht Vera der Frage auf den Grund was Kathrin davon überhaupt gewusst hat und ob sie am Ende sogar noch an den grausamen Morden beteiligt war. Antworten darauf erwartet sie in einer Akte zu finden.

Hier knüpft auch der zweite Handlungsstrang an. Dieser dreht sich um Manolis, einen vielleicht nicht ganz so sauberen Autohausbesitzer der ganz nebenbei den ein oder anderen Detektiv Auftrag für einen alten Freund erledigt. Für seinen Auftraggeber ist auch Manolis auf der Suche nach oben erwähnter Akte. Manolis Vater hat als kleiner Junge während des zweiten Weltkrieges ein Massaker in einem kleinen Griechischen Dorf überlebt und mit angesehen. Zeit seines Lebens sollte er diese Nacht nicht mehr vergessen und gibt die Erinnerungen an diese Tat auch an seinen Sohn weiter.

Der Teil des Buches rund um die „Kinderfachabteilung“ Winkelberg finde ich sehr spannend und tiefgründig. Hier ist es der Autorin auf erschreckend tiefgründige Weise gelungen Fiktion und grausame Realität miteinander zu verknüpfen. Das Buch bringt die beklemmende und aussichtslose Atmosphäre die damals langläufig geherrscht haben muss gut rüber. Da ich selbst nicht weit entfernt einer damaligen „Kinderfachabteilung“ lebe, macht dieses Buch Geschichte noch einmal auf besondere Art und Weise real.

Nicht weniger schlimm ist der Handlungsstrang um ein Massaker in einem kleinen griechischen Dorf. Auch hier steckt leider mehr Wahrheit in der Geschichte als einem vielleicht lieb ist. Personen und Orte würden zwar geändert, ein solches Dorf gab es aber wirklich. Ich habe sehr viel Respekt vor den Geschehnissen, leider passen diese zwei Handlungsstränge einfach nicht optimal zusammen. Jeder Handlungsstrang für sich ist alleine schon so stark, das er für ein ganzes Buch gereicht hätte.

Wer sich der Tiefgründigkeit dieses Romans bewusst ist, wird ein paar spannende und bewegende Lesestunden damit verbringen, die vielleicht auch noch dazu anregen sich einmal mit der eigenen Landesgeschichte auseinander zu setzen. Ich hoffe, es wird mehr von dieser Autorin geben oder sogar von Vera und Manolis geben. 


Andere Meinungen: 

One thought on “(Rezension) Die Vergessenen von Ellen Sandberg

  1. Hallo 🙂
    Danke dir fürs Verlinken meiner Rezension.
    Ich war ja bei der Lesung von Ellen Sandberg, akuteller Stand ist dass nichts Neues von Vera und Manolis kommen wird leider 🙁
    Aber dafür ein neuer Ellen Sandberg Roman.
    Ganz liebe Grüße
    Nadine – misshappyreading

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