(Rezension) Die Seiten der Welt (1) von Kai Meyer

 Furia Salamandra Faerfax lebt in einer Welt der Bücher. Der Landsitz ihrer Familie birgt eine unendliche Bibliothek. In ihren Tiefen ist Furia auf der Suche nach einem ganz besonderen Buch: ihrem Seelenbuch. Mit ihm will sie die Magie und die Macht der Worte entfesseln. Doch dann wird ihr Bruder entführt, und Furia muss um sein Leben kämpfen. Ihr Weg führt sie nach Libropolis, die Stadt der verschwundenen Buchläden, und an die Grenzen der Nachtrefugien. Sie trifft auf Cat, die Diebin im Exil, und Finnian, den Rebellen. Gemeinsam ziehen sie in den Krieg – gegen die Herrscher der Bibliomantik und die Entschreibung aller Bücher.

 

 

 

Kai Meyer: Die Seiten der Welt (Band 1 der Reihe)

19,99 € / 580 Seiten / gebundenes Buch

ISBN: 978-3-8414-2165-4 / FJB Verlag / Hier kaufen! 

 

Die wahnsinnig liebevoll gestaltetet Website zum Buch findet ihr -> hier! Zur Zeit findet ihr dort nicht nur tolles Bonusmaterial sondern auch ein Gewinnspiel, den Band 3 “Blutbuch” ist gerade erst erschienen.

Meine Meinung: 

Die Geschichte um Furia beginnt recht lose in dem sie die gigantische Bibliothek der Familie durchstreift und wir die ersten ihrer vielen “bibliomantischen” Freunde kennen lernen. Schon aus diesen wenigen Zeilen sticht eins ganz besonders hervor und wird einen über das ganze Buch hinweg begleiten: Die liebe zu Büchern!

Inhaltlich finde ich “Die Seiten der Welt” gut durchdacht und eine wirklich wundervolle Idee. Auch wenn die ersten Kapitel noch ein wenig brauchen um in Schwung zu kommen, fehlt auch ihnen die besondere Magie nicht. Ein magisches Buch durch das Furia mit der Vergangenheit kommunizieren kann, sprechende Möbel die zu Freunden wurden oder Buchstaben Schwärme mit Eigenleben sind hier nur einige fantastische Beispiele.

Die vielen verschiedenen Charaktere finde ich allesamt sehr durchdacht und gut gelungen. Für mich persönlich war die Anzahl der verschiedenen Personen gerade so an der Grenze zu “zuviel”. Spätestens, wenn es später dazu übergeht, die verschiedenen Gruppen bzw. Konflikte zu beschrieben fällt es mir schwer alle Personen richtig einzuordnen. Im Grunde bleiben die Charaktere über eine Lange Zeit hinweg sehr flach und überschaulich, wirklich richtig identifizieren konnte ich mich leider mit keiner von ihnen. (Das können wir jetzt auf die Charaktere schieben oder darauf, das ich der eigentlichen Zielgruppe schon eine Weile entwachsen bin.)

Der Plot: Obwohl mit die Idee und die eigentliche Geschichte sehr gut gefallen, fällt für mich der Spannungsbogen nach dem ersten drittel in ein großes Loch. Gegen Ende steigt dieser zwar rapide wieder an, aber die Seiten dazwischen dümpeln irgendwie so vor sich hin. Der Autor hat es an dieser Stelle geschafft, viele lose Enden zu einem großen ganzen zusammen zu führen und auch der Leser hat nun endlich die Gelegenheit Stück für Stück alles zusammen zu setzen, was wir über die Bibliomantische Welt gelernt haben. An vielen Stellen verschwimmt die klare Grenze zwischen Realität und Erzählung sodass es einem einfach gemacht wird einfach dran zu glauben, dass da draußen ein gigantische Welt aus Büchern herrscht und wir einfach keinen Zugriff darauf haben.

Die sozialkritischen Anspielungen regen zum Nachdenken an. Vorurteile und vor allem Toleranz sind heute wahnsinnig wichtige und allgegenwärtige Themen. Besonders gefallen hat mir die Zerrissenheit Furias neuer Freundin und Furias eigene Unsicherheit. Auch wenn sie an vielen Stellen nicht so wirkt, sie ist immerhin erst 15 Jahre alt, hat ihre Mutter schon sehr früh verloren und auf das lang ersehnte Einsetzen ihrer bibliomantischen Kräfte wartet sie immer noch. Kein Wunder also, das diesem überaus fürsorglichen und kluge Mädchen Zweifel kommen.

Ich beende “Die Seiten der Welt” mit dem Gefühl eine großartige Geschichte gelesen zu haben die in sich zum Ende hin erst mal abgeschlossen ist. Trotzdem freue ich mich natürlich sehr auf die Fortsetzung und glaube das die noch Potential nach oben hat. Ich hoffe Teil 2 “Nachtland” gibt der Reihe die Geschichte zu verdichten und offenen Fragen zu Beantworten. Die große Stärke dieser Geschichte liegt wahrscheinlich darin, dass die Leser selbst eine wahnsinnig große Liebe zu Büchern verbindet. Ein Buch über Bücher!? Was will man denn mehr?

4

 

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