(Rezension) Der stete Lauf der Stunden von Justin Go

Quelle: Heyne



Autor: Justin Go
Übersetzer: Georg Deggerich
Preis: € 10,99 [D]
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 510
ISBN: 978-3-453-41823-3
Verlag: Heyne
Leseprobe: Der stete Lauf der Stunden


Inhalt:

Ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem der Herzschlag immer stärker wird: von den Höhen des Himalaya, über London, Paris, Berlin, bis nach Schweden und Island 
Mount Everest, 1924: Der Brite Ashley Walsingham kommt in den eisigen Hängen des Himalaja zu Tode. Sein Vermögen hinterlässt er seiner großen Liebe, einer Frau namens Imogen Soames-Andersson – doch die ist seit sieben Jahren verschwunden. 
London, 2004: Nachlassverwalter finden Spuren zu einem möglichen Erben Imogens. Zwei Monate bleiben Tristan Campbell, einem amerikanischen Studenten, um seine Verbindung zu einer Frau nachzuweisen, von der er noch nie gehört hat …

Bewertung:

Tristan Campbell, möglicher Erbe eines ungeahnten Vermögens macht sie quer durch ganz Europa auf die Suche nach Spuren seiner vermeintlichen Vorfahrin. Er ist allerdings nicht bloß auf der Suche nach einer Verbindung zu einer Frau die er nie kennen gelernt hat, sondern irgendwie auch nach sich selbst. Der Haken an der Sache? Ihm bleiben kaum noch zwei Monate bis sein Anspruch verfällt und das gesamte Erbe aufgeteilt wird und an verschiedene Organisationen geht. 

Das Buch ist abwechselnd aus Tristans Sicht im Jahre 2004 erzählt und immer wieder werden Kapitel aus dem Jahre 1924 eingeschoben. (Man möchte fast sagen, man wird durch diese Kapitel unterbrochen.) Diese eingeschobenen Kapitel erzählen quasi die Geschichte wie es zu diesem riesigen Erbe gekommen ist und hätten meiner Meinung nach auch komplett fehlen können bzw. auf ein nötigstes gekürzt werden. (Hätte ich nur die 2004 Passagen des Buches gelesen, hätte ich trotzdem irgendwie den ganzen Inhalt erfasst. Daher war ich froh, das diese Kapitel nur wenige Seiten lang waren.) 
Für mich als “Hobby-Genealogin” waren die Kapitel in denen sich Tristan auf die Suche nach seiner Urgroßmutter macht wesentlich interessanter. Leider weiß ich aber auch aus eigener Erfahrung, dass eine Suche nach Vorfahren, wie sie hier dargestellt wird, wohl bestenfalls im Fernsehen stattfinden würde. Das waren einfach viel zu viele Zufälle auf einmal die sich bis zum Schluss aneinander reihten. Außerdem geht Tristan viel zu “ruhig” an die Sache ran wenn man bedenkt, dass ihm nur so wenig Zeit bleibt. Dennoch fesselt diese Buch und die Neugier treibt einen zum weiter lesen an, man möchte unbedingt wissen wie es ausgeht. Wenn man dann allerdings am Ende ankommt wirkt alles sehr konstruiert und irgendwie überstürzt, man bleibt mit vielen offenen Fragen und einem enttäuschten Lesegefühl zurück. (Leider kann ich dazu kaum mehr sagen ohne zu viel zu verraten.) Die Beschreibungen der Figuren ist im allgemeinen sehr oberflächlich gehalten und ich finde wir lernen nicht mal die Hauptfigur Tristan richtig kennen, während er sich selbst kennen lernt. Außerdem fand ich, bedient sich der Autor an zu vielen Klischees. Der einzige amerikanische junge Mann ohne Mobiltelefon, der übergenau deutsche Beamte, die leidenschaftliche Französin und da fehlen wahrscheinlich noch einige. 


Fazit:

Ein alles in allem gutes Buch das allerdings auch seine (großen) Schwächen hat. Die Idee und die Situation gefällt mir allerdings sehr gut, daher gibt es von mir 3 Sterne. 






     








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