(Rezension) Der Schuldige von Lisa Ballantyne

Der SchuldigeDer Londoner Anwalt Daniel Hunter ist der Mann für hoffnungslose Fälle. Doch als der 11jährige Sebastian, der einen Jungen ermordet haben soll, sein Klient wird, ändert sich alles. Denn je tiefer er in die schwierigen Familienverhältnisse Sebastians eintaucht, desto mehr erinnert er sich an seine eigene Kindheit, die er in Pflegefamilien verbracht hat – und an seine Adoptivmutter Minnie. Ihre Liebe hat ihn gerettet, bis auch sie ihn enttäuschte. Aber was hat Minnie getan, dass er sie aus seinem Leben verbannte? Ist Daniel überhaupt noch objektiv genug für diesen Fall?

Lisa Ballantyne: Der Schuldige 
9,99€ / 474 Seiten / ISBN: 978-3-442-71300-4
Taschenbuch / btb Verlag / Hier kaufen! 

Meine Meinung: 


„Kleiner Junge im Barnard Park tot aufgefunden“ mit dieser Schlagzeile beginnt der erste Teil von „Der Schuldige“ von Lisa Ballantine. In den ersten Kapiteln lernen wir den Anwalt Daniel Hunter kennen, der hinzugerufen wird, nachdem man den 11 jährigen Sebastian verhaftet hat und des Mordes an dem kleinen Ben beschuldigt.


Das Buch besteht aus drei Teilen: Verbrechen, Schuld und Urteil. Diese Teile wiederum sind in verschiedene Kapitel aufgeteilt die abwechselnd in der Gegenwart oder Vergangenheit spielen. Die Gegenwart beschreibt hauptsächlich die Anhörungen, den Prozess selbst und die Vorbereitungen darauf. Ein Seitenweiser Schlagabtausch vor Gericht wie wir ihn alle aus diversen Fernsehserien kennen. Die Vergangenheitspassagen hingegen beschrieben die schwere Jugend des mittlerweile erfolgreichen Anwalts Daniel Hunter. Hin und hergereicht zwischen verschiedenen Pflegefamilien landet er letztendlich bei der resoluten Minnie auf einer Farm. Zunächst macht Daniel ihm sehr viel Ärger und bedroht sie sogar, aber mit viel Liebe, Verständnis und vor allem Geduld gewöhnt sich der junge Daniel bei ihr ein und findet sogar gefallen an dem Leben auf der Farm.


Alle Charaktere in diesem Buch sind sehr vielschichtig und wirklich dicht ausgearbeitet. Besonders gut gefallen hat mir allerdings die Pflegemutter Minnie mit ihrer hoffnungslosen Geduld, komme was wolle, die auch jedem Kapitel eine besondere Ruhe verleiht. Der Anwalt Daniel Hunter fühlt sich auf besondere Weise zu seinem Klienten Sebastian hingezogen. Während ihrer Gespräche entdeckt er immer mehr Gemeinsamkeiten zu seinem eigenen 11 Jahre alten Ich und das bringt ihn dazu seinen letzten Streit mit Minnie noch einmal zu überdenken.


Warum mir das Buch so gut gefallen hat? Weil dieses Buch so viel mehr zu sagen hat als die Worte die in ihm stehen. Das auch Erwachsene nicht immer alles richtig machen, auch wenn sie das Herz am richtigen Fleck haben. Das auch richtige Dinge falsch sein können und das man manchmal einfach mal über seinen Schatten springen sollte um nicht irgendwann zu merken, dass es zu spät ist. Das die richtige Dosis Verständnis und Liebe manchmal mehr vollbringen als Disziplin und Strafe. Denn wo fängt Schuld an und hört Liebe auf?


In diesem Buch steckt viel mehr als bloß Worte. Eine Geschichte über den Glauben an einen Menschen, Liebe und Abgründe.

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An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlichen beim btw Verlag für dieses Rezensionsexemplar bedanken. Vielen Dank für diese wunderbaren Lesestunden!

2 thoughts on “(Rezension) Der Schuldige von Lisa Ballantyne

  1. Huhu Rena,

    ich glaube du hast recht, dass wir einen doch recht ähnlichen Büchergeschmack haben und hab dich direkt mal in meine Blogroll eingefügt, denn ich bin hier nun schon auf einige interessante Bücher gestoßen. Dieses hier landet auch direkt mal auf der WuLi.
    Berufsbedingt habe ich eine Schwäche für alles was mit unserem Rechtssystem zu tun hat.
    Danke für diesen Tipp!

    Hab einen schönen Abend!

    Liebe Grüße
    Steffi

  2. Hallo Steffi,
    das ist ja lustig, deine Wunschliste hatte ich schneller entdeckt als deinen Kommentar hier.
    Wünsche dir viel Spaß mit „Der Schuldige“, nach allem was ich von dir gelesen habe wage ich zu behaupten es wird dir gefallen. 🙂
    Hab du auch einen schönen Abend!
    Rena

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