(Rezension) Das Flüstern der Nacht von Peter v. Brett

Inhalt:

Inhalt: Die Menschheit ist gefangen in der Furcht vor den Dämonen der Dunkelheit. Nur der junge Arlen beschließt, sich mit magischen Siegeln den finsteren Wesen entgegenzustellen, und wird schon bald zu einer Legende. Als plötzlich aus dem Süden ein zweiter Befreier der Menschen auftaucht, droht alles in Chaos zu versinken. Doch Arlen hält fest an seiner Hoffnung auf das Ende der Nacht … (Quelle: Heyne Verlag)

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Das Flüstern der Nacht von Peter v. Brett   

16,99 € / 1008 Seiten / Klappenbroschur   

ISBN: 978-3-453-52611-2 / Heyne Verlag 

Band 2/5  der Demon Zyklus Reihe 

 

 

 

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Meine Meinung: 

Im zweiten Teil des Demon Zyklus „Das Flüstern der Nacht“  war ich mir anfangs nicht sicher, wo ich denn bitte nun wieder gelandet bin. Als bekennender Nicht-Fantasy-Fan war ich mehrmals kurz davor, das ganze Projekt wegzulegen. Vorbei war es plötzlich mit der schönen Mittelalterwelt um Arlen, Leesha und Rojer, die Hauptfiguren des ersten Teils. Stattdessen wechseln wir zunächst die Seite und beschäftigen uns mit den Dämonen, den sogenannten Horclingen. Wir lernen zwei ihrer Anführer kennen und einiges über deren Fähigkeiten. Für mich als Mensch, der Fantasy eigentlich überhaupt nicht mag, hätte der Start wirklich nicht schlimmer sein können.


Aber ich hatte mir vorgenommen, die ganze Reihe zu lesen, also muss ich jetzt auch da durch! Und auch wenn die Horcling-Dämonen-Chefs echt seltsame Typen sind, hab ich mir ausführlich angetan, sie kennen zu lernen. Peter v. Brett schreibt nämlich nichts umsonst habe ich gelernt, und was er mir hier erklärt, werde ich wohl später noch brauchen.

Im Anschluss lernen wir auch zwei neue menschliche Charaktere kennen, Jardir und etwas später Renna. Jardir lebt in einer völlig anderen Kultur als unsere drei alten Freunde, hat aber in der gleichen Welt mit den gleichen Problemen zu kämpfen, zumindest nachts. Sein Volk, die Krasianer, erinnern stark an ein muslimisch geprägtes Wüstenvolk, während die Protagonisten aus Teil eins, welche im Norden von Thesa (die Welt in der das Ganze spielt) leben, eher nach unseren westlichen Vorstellungen geprägt zu sein scheinen. Der wesentlichste Unterschied zwischen den Kulturen ist, dass sich die Nordländer nachts vor den Dämonen verstecken, während die Wüstenbewohner allnächtlich in den Kampf ziehen und das Problem aktiv angehen.

Renna ist eine Jugendfreundin von Arlen und spielt zunächst noch eine untergeordnete Rolle, zum Ende von Teil zwei steigt ihr Anteil an der Handlung aber deutlich und ich denke, im nächsten Teil hören wir noch einiges von ihr. Hier wird sie zunächst vorgestellt und über Kindheit und Jugend berichtet, ich vermute, dies erfolgt zum späteren Verständnis der Figur im weiteren Verlauf der Geschichte. Die drei neuen Erzählstränge mit jeweils komplexen Nebenfiguren werden wie im ersten Teil getrennt voneinander und immer im direkten Beisein des Protagonisten erzählt. Hier werden Nebenrollen aus Teil 1 zu Hauptrollen weiterentwickelt, und es werden einige Begebenheiten aus dem ersten Teil nochmals aus der Sicht der anderen Person wiedergegeben. Dieses sehr unterhaltsame Kunststück zeigt der Autor auch innerhalb von Band 2 öfter, wenn Szenen mehrmals hintereinander aus jeweils unterschiedlicher Perspektive erzählt werden. Auch kleine Sprünge in der Zeit muss der Leser verkraften, die Vor- und Rückblenden fügen sich jeweils erst auf den zweiten Blick in das Geschehen ein. Diese Erzähltechniken machen das Buch anspruchsvoll, überfordern aber nicht. Eher animieren sie zum weiterlesen, weil man sich gelegentlich fragen muss, um wen oder was es eigentlich gerade geht und wie das in die Gesamtgeschichte passt.

Unsere drei Freunde haben natürlich auch ihre Auftritte, teils einzeln, teils gemeinsam kreuzen deren Erzählstränge die der neuen Protagonisten. Der Autor webt damit einen Wandteppich voller Geschichte und Geschichten, die stets irgendwo ineinandergreifen und so eine komplexe kleine Welt entstehen lassen.
Mit allen etwas größeren Nebenrollen kommt der Autor auf etwa 10 Personen, die eigenständige Handlungen und Charaktere haben. Dabei ist jede von ihnen so scharf gezeichnet, dass man mit der Zeit manche ihrer Reaktionen schon vorherzusehen scheint. Das Gesamtkontrukt wechselt wie bereits erwähnt öfter Ort und Zeit, es gibt Rückblenden, Vorschauen und Wiederholungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Trotz dieser umfangreichen Gestaltung unterlaufen dem Autor keine Logikfehler, er schafft es gut, hier eine eigene kleine komplexe Welt zu erschaffen, in der ich mich sehr wohl gefühlt habe. Trotz dem ganzen Gezauber.

Ob man nun Fantasy mag oder nicht, auf jeden Fall ist „Das Flüstern der Nacht“ von Peter v. Brett ein gelungenes Stück durchdachter Unterhaltungsliteratur. Dafür gibt’s von mir 5 von 5 Sternen. Obwohl ich Fantasy ja eigentlich doof finde.

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