Ohne Netz – ohne mich

Die wenigsten werden wissen, das Analog 2.0 aus einer Laune heraus beim wiederholten Hören des Hörbuches „Ohne Netz“ von Alex Rühle entstanden ist. Damals ging es in einer wirren und lang andauernden Diskussion mit einem Freund darum, wie viel Netz wir überhaupt noch aus unserem Leben streichen können oder ob wir das Internet schon so verinnerlicht haben, dass es heißt: Ohne Netz- Ohne mich!

Kurzentschlossen, ganz naiv und durch „Ohne Netz“ von Alex Rühle schwer inspiriert habe ich ein Experiment auf die Beine gestellt und von heute auf Morgen damit begonnen zu testen wie viel Internet / Apps ich aus meinem eigenen Alltag streichen kann. Sehr motiviert habe ich also mein altes, kaum benutztes Notizbuch aus dem Schrank geholt und angefangen analoge und papierne Alternativen zu meinen Apps zu suchen. (Einzige Ausnahme mein digitales Telefonbuch habe ich natürlich weder ausgedruckt noch abgeschrieben.)

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So viel vorweg, nach meiner Umgewöhnungsphase hat das ganze erstaunlich gut funktioniert und obwohl ich im Grunde ein sehr technikaffiner Mensch bin, ist ein Notizbuch noch immer ein täglicher Begleiter. So ganz ohne Netz kann ich aber nach wie vor nicht. Einmal am Tag in meine Mails zu schauen muss sein, denn ich schreibe Verhältnismäßig gerne e-mails. (Gut, die Zahl der Absender die von mir auch wirklich eine persönliche Antwort erwarten hält sich aber auch in Grenzen. Und überhaupt muss man eigentlich jede Mail beantworten?) Mit dem Blog ist natürlich auch mein Internetkonsum wieder gestiegen und ich habe schon mehrfach die Reißleine ziehen müssen damit Facebook und Co mich nicht völlig verschlingen. Bisher habe ich das aber gut im Griff und kann meine Zeit auch ganz offline und völlig analog verbringen.

Im übrigen kann man mir das Internet im Sinne von surfen ruhig mal abdrehen, aber wenn ich meine Serien nicht mehr streamen kann ist das eine ganz andere Nummer. Wenn man es nur aus diesem Blickwinkel betrachtet kann ich gar nicht mehr ohne Internet!
 

Mein Fazit?

Als Fazit aus dieser Zeit habe ich die Erkenntnis gezogen, das die eigene Zeit wertvoll ist und man sehr wählerisch damit sein sollte, womit man sich verplempert. Eine Stunde ist eine Stunde, aber: je intensiver wir unsere eigene kostbare Zeit nutzen desto mehr haben wir im nachhinein davon. (Als kleines Beispiel: 1 Stunde Facebook gegen 1 Stunde im Café mit guten, realen Freunden.)
Kann man ein solches Experiment heute überhaupt noch wagen?
Auch Alex Rühle stellt sich in seinem Buch die Frage ob man ein solches Experiment in der heutigen digitalen Zeit überhaupt noch wagen kann. Ich würde diese Frage gerne mit einem klaren Jain beantworte. Ich finde schon, das wir das Internet gut dosiert genießen sollten und auch die uns gebotenen Annehmlichkeiten von Vorteil sind. Aus manchen Bereichen möchte ich es aber, siehe weiter oben, schon heute nicht mehr wegdenken. (Die meisten Gründe dafür sind aber eindeutig bequemer Natur.)

 

Ihr wollt wissen von welchem Buch ich da rede?

Alex Rühle überlebte ein halbes Jahr ohne Internet und E-Mail – Bericht eines Selbstversuchs

Früher hat Alex Rühle abends sein Blackberry auf dem Schuhschrank deponiert, damit er vor dem Zubettgehen schnell noch heimlich E-Mails checken konnte. Jetzt bleibt ihm nichts übrig, als live im eigenen Gehirn zu googeln, denn er ist für ein halbes Jahr offline und schreibt darüber ein Buch. Begleiten Sie ihn auf seine Abenteuerreise in die analoge Welt!

Als eBook ist „Ohne Netz“ noch zu haben und auch als Hörbuch macht es wirklich viel Spaß. 

 
 

14 thoughts on “Ohne Netz – ohne mich

  1. Ich denke, bei der Nutzung des Internets ist die Dosierung ganz wichtig.
    Das Internet erleichtert es einem schon, z. B. mit Menschen, die weiter weg wohnen, in Kontakt zu bleiben. Andererseits muss man nicht jede Mahlzeit fotografieren und mit der Welt teilen 😉

    Vermutlich würde es mir schon schwerfallen, privat ganz auf das Internet zu verzichten, weil ich z. B. auch viel übers Internet einkaufe. Gerade bei Dingen, die man nicht regelmäßig kauft, kann man entweder verschiedene Läden abklappern und feststellen, dass gerade diese Version oder Sorte, die man haben möchte, nirgends vorrätig ist, oder eben schnell im Internet ordern. Beruflich könnte ich nicht ohne Internet auskommen. Aber ich will mich auch nicht zu abhängig machen vom Internet und finde es geradezu beleidigend, wenn ich mich mit Freunden treffe und jeder nur auf sein Display starrt. Da ist mir ein persönliches Gespräch und ein echtes lächelndes Gesicht schon viel wichtiger.

    Liebe Grüße
    Gabi

  2. Huhu
    ich mag es zu lesen, wie Blogs entstanden sind und bei dir ist das wirklich interessant. Ich könnte wohl auch nicht so schnell aufs Internet verzichten. Auf Apps aber eher, da hab ich meine paar Hauptapps (FB; Twitter und instagram und für die bahn) und das war es auch schon.
    Analog bin ich aber mitterleweile beim backen, wo ich die Rezepte in einen eigenen Ordner schreibe 🙂

    Liebe Grüße
    Lilly

  3. Hi Rena,
    ein interessanter Gedanke.
    Ich verzichte sehr oft im Urlaub aufs Internet um einfach mal eine Pause von den Medien zu machen.
    In dieser Zeit vermisse ich das Internet auch gar nicht, wenn überhaupt nur wenn ich mal ein Kochrezept brauche. 🙂
    Zu Hause nutze ich das Netz aber gerne. Die Kontakte und Möglichkieten die dazu gehören verleiten automatisch dazu online zu gehen.
    Man gewöhnt sich einfach an diese Dinge.
    Da es in meinem Leben aber eben auch mal eine lange Zeit ohne Internet gab, denke ich, ein Verzicht auf dieses wäre ungewohnt aber möglich. Auch wenns anfangs garantiert sehr schwer fallen würde. 🙂
    Ein anderer Gedanke ist allerdings die berufliche Situation. Mittlerweile läuft vieles über das Netz, von daher wäre das in diesem Bereich schon ein harter Cut.
    LG Ela

  4. Hallo Ela,
    ja, du hast Recht. Beim Schreiben des Beitrages ging mir auch durch den Kopf das es für viele gerade der Beruf ist der die Sache mit dem Internet erschwert.
    Und überhaupt, kann man das noch trennen?
    Liebe Grüße,
    Rena

  5. Hallo Lilly,
    für mich ist es kaum zu glauben, das diese Blogentstehungs-Diskussion erst 3 Jahre her sein soll. Ich blogge doch schon seit einer gefühlten Ewigkeit.

    Ich habe damals solche Apps ersetzte wie den Kalender, die Notizapp oder alles womit man irgendwelche Listen erstellt. Auf Facebook und Twitter war ich damals noch lange nicht so aktiv wie heute.

    Vielen Dank für deinen Kommentar und viele liebe Grüße,
    Rena

  6. Hallo Nisnis!
    Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich glaube es entgeht einem selbst vieles, wenn man das Internet und sein Verhalten immer nur so an einem vorbei rauschen.

    Viele liebe Grüße,
    Rena

  7. Hallo Gabi,
    vielen Dank für deinen Kommentar. Glaubst du wir können heute überhaupt noch richtig trennen zwischen beruflich und privat?

    Viele liebe Grüße,
    Rena

  8. Hey, finde deine Umsetzung super! Denn es ist doch nun mal so: das www, das Internet mit seinen Apps & Co. nimmt sehr viel (Freizeit)Raum ein und gerade in dieser medialen Gesellschaft bewusst zurück zutreten finde ich genial! Aber was die Serien angeht bin ich voll bei dir! ;D

    Ganz liebe Grüße
    Janna

  9. Liebe Rena,

    wie du schon so richtig sagst, in Maßen ist alles in Ordnung.
    So denke ich auch.
    Alles ist irgendwann ungesund, wenn man es in Massen konsumiert.
    Ganz streichen lässt sich das Internet nicht mehr aus unserem Leben, aber die Nutzungszeit einschränken kann niemandem schaden.

    Liebe Grüße
    Ramona

  10. Liebe Rena,

    ich möchte nicht auf das Netz verzichten. Viele tolle Möglichkeiten eröffnen sich da einem, nicht nur beruflich, sondern vor allem auch privat. Die Welt ist dadurch kleiner geworden und mehr zusammengerückt. Das gefällt mir. Man kann sich schnell über verschiedenen Sachen informieren, nach Lösungen suchen, Freundschaften über große Distanzen halten. Die Internet-Telefonie ist sowas von genial! Wenn ich an Skype und ähnliches denke, das finde ich grandios. So viele Menschen können sich mit Freunden und Familienmitgliedern austauschen und sich dabei ins Gesicht sehen. Das ist ein großer Fortschritt.

    Dennoch genieße ich auch internetfreie Zeit mit meinen Kindern oder auch mit einem Buch. Treffe Freunde in natura. 😉 Eine Kombination aus Realität und Virtualität ist wohl das Beste.

    GlG vom monerl

  11. Huhu!

    Ich bin ein Mensch, der das Internet liebt und hasst. Ich liebe die Buchblogs und Lesekreise und Ähnliches, ich hasse die ständige Erreichbarkeit (denn die Leute erwarten ja oft, dass man immer DIREKT antwortet), die unvermeidlichen Shitstorms und die Tatsache, dass das alles Zeit fürs echte Leben frisst.

    Vieles habe ich inzwischen auch abgeschafft oder nach analogen Mitteln gesucht. Zum Beispiel führe ich ja auch ganz altmodisch einen Terminkalender und auch ein handschriftliches Lesetagebuch, und das Handy wurde mehr oder weniger ganz abgeschafft. Ich habe extra eines, das wirklich nur telefonieren kann, keine Apps, kein nix, und das benutze ich so selten, dass immer wieder das Guthaben verfällt. Eigentlich habe ich es auch nur für den Fall, dass ich unterwegs mal eine Panne habe oder sowas und die Polizei oder den Notdienst anrufen muss.

    Dummerweise haben sich die Apps hinterrücks wieder in mein Leben geschlichen, denn ich benutze einen Kobo als ebook Reader, aber der beruht auf Android und man kann daher die meisten Apps auch darauf benutzen… Ich bemühe mich aber, wirklich nur wenige Apps zu benutzen.

    LG,
    Mikka

  12. Das was mir dazu einfällt, ist auch die Smartphonenutzung bei Konzerten. Ich habe mir mittlereile abgewöhnt alles „festhalten“ zu wollen. Manche Dinge muss man eben voll und ganz erleben, da bringen einem Fotos oder Videos später wenig.

  13. Hey Rena,
    mein Ex-Mann hat das Buch damals gleich bei Erscheinen gelesen und danach total konsequent jeden Sonntag auf Internet verzichtet. Mein Ding wäre es nicht, da ich mich nicht gerne von anderen einschränken lasse und selber nicht einsehe auf das Internet zu verzichten. Dafür surfe ich viel zu gerne durchs Internet. Ich würde mich inzwischen eher als digitalen Menschen bezeichnen. Ich bestellte, außer Lebensmittel, eigentlich alles im Internet, kann mir eher nicht vorstellen einen Tag nicht online zu sein. Ob das gut oder schlecht ist, mag jeder für sich beurteilen, aber mir gefällt es so, wie es ist.
    Was ich allerdings nicht mache, und auch ganz furchtbar finde ist, dass Menschen heute anscheinend immer erreichbar sein müssen/ wollen. Wenn ich mich mit Freunden treffen, dann ist das Handy auf lautlos und wird auch nicht heraus geholt. Ich finde das super unhöflich. Wenn man sich verabredet hat, dann muss man 100% für den Menschen, der einem gegenüber sitzt da sein und nicht noch mit 10 anderen chatten.
    Ich denke, dass das wirklich ein Thema ist, das jeder für sich selbst entscheiden muss.
    LG
    Yvonne

  14. Hallo Rena,
    ein interessanter Selbstversuch, den ich vermutlich auch mal machen müsste 😉 Ich bin ja erst seit einem guten Jahr bei Facebook und Co. aktiv, das kostet einerseits viel Zeit, andererseits möchte ich auf die vielen interessanten und praktischen Seiten nicht mehr verzichten. Das richtige Maßhalten ist da wohl das wichtigste. Vielen Dank für den interessanten Bericht und das buch hört sich auch gut an.
    Schönes Wochenende.
    LG Thomas

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