Blogtour Daniel, mein jüdischer Bruder

Ich begrüße euch herzlich zum 5. Tag der Blogtour „Daniel, mein jüdischer Bruder“. Mir hat das Buch sehr gefallen und ich freue mich Teil dieser Blogtour zu sein zu dürfen. Bei mir geht es heute um Auswanderungen aus Deutschland, vor allem in der Nachkriegszeit. 

Blogtour mit gewinnspiel

Auswanderung während des 2. Weltkrieges und in der Nachkriegszeit

Nachdem eine der großen Auswanderungswellen gegen Ende des 19. Jahrhunderts zunächst nachließ, waren es zunächst vor allem politisch Verfolgte oder „unerwünschte“ Personen die nach der Machtergreifung Hitlers im Jahre 1933 versuchten Deutschland zu verlassen. Als sich die Lage zuspitze, sahen sich sehr viele Juden gezwungen „einer beschleunigten Ausreise“ zuzustimmen und ihre Heimat zu verlassen.

Quelle. Wikipedia

Ihnen blieben oft nur wenige Tage oder Wochen ihren Besitz bis auf das nötigste zu verkaufen und das im Grunde eigentlich immer unter dem Einheitswert. Aber auch danach wurden ihnen viele Steine in den Weg gelegt und die hohen Abgaben die wegen einer Ausreise zu entrichten waren kamen zusätzlich praktisch einer Enteignung gleich. In einigen Fällen kann das Geld auch auf ein gesperrtes Konto und ihnen wurden der Zugriff darauf verweigert. Auf diese Weise haben vielerorts Häuser und andere Besitztümer ihre Besitzer gewechselt und gelangen somit in „arischen Besitz“. Erst sehr viele Jahre später bekamen die ehemaligen jüdischen Mitbürger oder ihre Verwandten die Gelegenheit einen Antrag auf Wiedergutmachung zu stellen und Entschädigung zu erhalten. Viele Familien die durch diese „Zwangs-Abwanderung“ ihre Heimat verlassen haben kehrten auch nach dem Krieg nicht wieder an ihren alten Wohnort zurück. Obwohl sie es im Ausland nicht einfach hatten, oft die Sprache nicht sprachen oder Schwierigkeiten hatten ihren Beruf wieder aufzunehmen, haben sie sich doch eine neues Leben aufbauen können. 

„Die Auswanderungsbestimmungen wurden allerdings vor einiger Zeit verschärft, und die von den Aufnahmeländern geforderten „Vorzeigegelder“ sind erhöht worden.“ – „Ich habe auch von einer Vermögensabgabe gehört“, warf David ein. (S. 110 Daniel, mein jüdischer Bruder)

 

Zeitstrahl der Ereignisse

  • 30.01.1933 Adolf Hitler wird Reichskanzler
  • ab 04.1933 Boykott jüdischer Geschäfte
  • 15.09.1935 Juden dürfen keine deutschen Staatsangehörigen mehr heiraten
  • 26.04.1938 Juden müssen ihr Vermögen abgeben
  • 30.09.1938 jüdische Ärzte gelten nur noch als „Krankenbehandler“
  • 23.11.1938 Auflösung jüdischer Betriebe
  • 09.10.1938 Reichskristallnacht
  • 01.01.1939 Kennkarten werden mit einem großen „J“ versehen und müssen permanent mit sich geführt werden. Juden die nicht schon einen jüdischen Vornamen tragen müssen sich fortan zusätzlich Sara oder Israel nennen.
  • 23.10.1941 Ausreiseverbot für Juden
  • ab Mai 1942 Juden müssen den Judenstern tragen

    Quelle: Wikipedia

  • 08.05.1945 Bedingungslose Kapitulation Deutschlands, Deutschland wird in 4 Besatzungszonen aufgeteilt.

 

Displaced Persons

Direkt nach dem Krieg waren es die Alliierten die es sich zur Aufgabe gemacht hatten, zunächst  „Displaced Persons“ in ihr altes Heimatland zurück zuführen oder in einem andern Land neu anzusiedeln. Truppentransporter übernahmen zunächst auf ihren Rückfahrten den Transport. „Displaced Person“ ist das Englische Wort für eine Person, die nicht an diesem Ort beheimatet ist. Darunter fallen zum Beispiel Heimatlose, Vertriebene oder auch Zwangsarbeiter, aber auch Überlebende aus den Konzentrations-und Gefangenenlagern der Nazis.

„Ja, ich glaube, dass ein Neubeginn in Amerika eine Chance für mich bedeutet, die ich wahrnehmen sollte.“ (Daniel, mein jüdischer Bruder S. 293 )

Viele Deutsche Staatsbürger sahen in den Nachkriegsjahren keine Zukunftschancen mehr in ihrer Heimat Deutschland. Sie lebten in ausgebombten Gebieten und litten unter der noch immer andauernden Lebensmittelknappheit und der daraus folgenden Rationierung. Bewohnbarer Raum war knapp lange knapp und die Zahl der Arbeitslosen sehr hoch, denn die Deutsche Wirtschaft war gänzlich zerstört. Zunächst war es Deutschen Staatsbürgern unmittelbar nach dem Krieg noch verboten Deutschland zu verlassen, unter anderem auch um dem Verlust von weiteren Arbeitskräften entgegen zu wirken, die für den Wiederaufbau aber dringend benötigt wurden. Auch nachdem 1949 mit Gründung der Bundesrepublik Deutschland die Ausreise wieder erlaubt war, lehnten viele Länder die Einreise Deutscher Bürger zunächst weiterhin ab, bis als eines der ersten Länder die USA die Einreise ab 1947 wieder erlaubte.  

Quelle: Wikipedia

Viele nahmen nun die Chance wahr, in einem anderen Land ihr Glück zu suchen. Sie erhofften sich bessere Lebensqualität und genügend Arbeitsplätze um den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. Neben oben bereits genannten Gründen waren es also vor allem politische und wirtschaftliche Gründe die die Menschen zu einer Auswanderung bewegt haben. Alleine zwischen 1951 und 1969 verließen rund 468.000 Personen Deutschland, meisten mit dem Ziel USA oder Kanada. Viele junge Menschen die während dieser Nachkriegswelle ausgewandert sind und ihr Glück ineinem anderen Land gefunden haben, können heute ihren Lebensabend in einem einst so fremden Land genießen. Sie haben Familien gegründet, Berufe erlernt und Freundschaften geschlossen. Jeder von ihnen hat ein aber ein kleines Stückchen Deutsche Lebensweise mitgenommen und hinaus in die ganze Welt getragen. 

 

Blogtour banner 2

Auch während dieser Blogtour gibt es etwas zu gewinnen: ein druckfrisches und von der Autorin signiertes Printexemplar und eine das schon einmal mit viel Freude gelesen wurde. Was ihr tun müsst? Ganz einfach, beantwortet als Kommentar folgende Frage. Die Gewinnspielregeln findet ihr am Ende der Seite. 

Was bedeutet „Displaced Person“?

Vielleicht mögt ihr mir ja auch noch verraten, ob ihr gerne in einem anderen Land leben würdet und wenn ja, welches und warum?

Ich freue mich auf eure Antworten!

 

Wie geht es weiter?

Am 24.07.2016 werden auf allen teilnehmenden Blogs die Gewinner bekannt gegeben. Bis dahin könnt ihr euch ja die Zeit damit vertreiben, die anderen Beiträge dieser Blogtour nach zulassen.

18.07.2016: About Books – Buchvorstellung 

19.07.2016: Goldkindchen – Rundgang durch Nürnberg 

20.07.2016: About Books – Julius Streicher 

21.07.2016: Mikka liest – Jüdisches Feste und Festtage 

22.07.2016: Analog 2.0 – Auswanderungen 

24.07.2016: Verkündung der Gewinner auf allen Blogs

Gewinnspielregeln:

Das Gewinnspiel endet am 23.07.2016 um 23:59

    • Verlost wird zweimal das Buch „Daniel, mein jüdischer Bruder“, einmal neu (signiert) und einmal vorsichtig gelesen
    • Der Gewinn kann nicht bar ausgezahlt werden
    • Gewinnberechtigt ist nur, wer die Gewinnspielfrage beantwortet
    • Wir brauchen eine Möglichkeit, euch im Gewinnfall zu kontaktieren: hinterlasst in eurem Kommentar wahlweise eure eMail oder einen Link zu eurem Account auf Facebook, Twitter, Lovelybooks, Goodreads etc
    • Die Gewinner werden mittels der angegebenen Kontaktmöglichkeit informiert
    • Teilnahmeberechtigt sind nur Menschen mit Wohnsitz in Deutschland.
    • Wenn ihr unter 18 seid, brauchen wir im Gewinnfall das Einverständnis eurer Eltern bzw Vormunds
    • Die Teilnahme ist kostenlos
    • Mit der Teilnahme am Gewinnspiel akzeptiert ihr diese Teilnahmebedingungen
    • Ganz wichtig: Wir können leider nicht für Verlust des Gewinns durch die Post haften!
    • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen
     
Veröffentlicht in 2016

7 thoughts on “Blogtour Daniel, mein jüdischer Bruder

  1. Hallo und guten Tag,

    Danke für den heutigen Beitrag.

    „Displaced Person“ ist das Englische Wort für eine Person, die nicht an diesem Ort beheimatet ist. Darunter fallen zum Beispiel Heimatlose, Vertriebene oder auch Zwangsarbeiter, aber auch Überlebende aus den Konzentrations-und Gefangenenlagern der Nazis.

    Anders Land, hm wenn auch ein anders Bundesland zählt, dann habe ich das schon gemacht. .

    Jeder Umzug bedeutet Veränderung und letztendlich verliert oder lässt einiges zurück…aber durch so einen Umzug bekommt man anders oder neues geschenkt bzw. dazu…

    LG..Karin…

  2. Hallo Karin,
    hier meinte ich tatsächlich ob ihr gerne in einem anderen fremden Land leben möchtet, also im Ausland. Auch wenn man oft Familie und Freunde zurück lässt, ich ein Umzug in ein anderes Bundesland nicht mit dem Umzug in ein ganz anderes Land mit anderer Sprache, Währung und Gesetzen zu vergleichen. Und darum ging es ja schließlich am heutigen Tag der Blogtour… 🙂

  3. Hallo Rena,

    O.K. Danke für die extra Erklärung zur Fragestellung.

    Wenn meine Familie von Arbeitslosigkeit bedroht würde und es die einzige Möglichkeit auf Änderung wäre…

    Sage ich ja….ja…auch schweren Herzens….

    Auch wenn ich meine Land/Heimat liebe es bringt nichts wenn Arbeit, Einkommen und die entsprechende Zukunft usw.fehlen !!!

    Dann lieber einen Umzug ins Ausland damit es der Familie wieder gut geht oder gehen kann…..LG..Karin…

  4. Hallo Rena! Erstmal ein großes Lob für deinen Blog! Es ist immer sehr interessant hier zu lesen und zu stöbern! Mach weiter so! Daumen hoch!

    Nun zum Gewinnspiel:
    „Displaced Person“
    ist das Englische Wort für eine Person, die nicht an diesem Ort beheimatet ist.
    Darunter fallen zum Beispiel Heimatlose, Vertriebene oder auch Zwangsarbeiter, aber auch Überlebende aus den Konzentrations-und Gefangenenlagern der Nazis.

    Ob ich mir vorstellen könnte in einem anderen Land zu leben ist eine schwierige Frage. Hätte ich keine Familie hier würde ich eindeutig sagen ja ich könnte. Aber so einfach aus der Laune heraus würde ich es nicht wollen.

  5. es bedeutet: das eine Person, nicht an diesem Ort beheimatet ist. Dazu zählen zb: Vertriebene, Zwangsarbeiter aber auch Überlebende aus den Konzentrations-und Gefangenenlagern aus der Nazi Zeit! Wenn ich mein Leben noch einmal neu Anfangen könnte würde ich gerne in Schottland leben wollen, weil mein Herz sich einfach nach dem Land sehnt!
    VLG Jenny
    jspatchouly@gmail.com

  6. Hallo Rena,

    ich finde die Blogtour ganz toll, weil das mal ein ungewöhnliches Buch für eine Tour ist. Auf jeden Fall ist es ein Buch, das meinen Lesegeschmack absolut trifft.

    Eine displaced person ist eine Person, die nicht in dem Land, in dem sie sich aufhält, beheimatet ist, gerade nach dem 2. Weltkrieg Heimatlose, Vertriebene,… im Endeffekt sind ja auch die Flüchtlinge, die hier bei uns leben, displaced persons.

    Ich könnte mir schon vorstellen, im Ausland zu leben, aber vielleicht nicht unbedingt bis zu meinem Tod. Ich habe z. B. ein Jahr in Holland studiert, das hat mir gut gefallen, wobei da die Wohnverhältnisse recht beengt waren und ich mir das auf Dauer nicht vorstellen konnte. Was ich mir gar nicht vorstellen kann, ist in einem muslimischen Land zu leben, ich habe mal 2 Monate in Kairo gewohnt, und mir ist die Kultur und Religion einfach zu fremd.

    Ich könnte mich aktuell nicht für ein bestimmtes Land entscheiden, ich denke aber, dass es eher bei Europa bleiben würde, tendenziell West- und Nordeuropa. Aber ich lebe eigentlich gerne in Deutschland.

    Liebe Grüße
    Bianca

  7. D P sind ehemalige K Z Insassen die von den Nazis aus ihren Heimatlaender verschleppt wurden .

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